Vereinbarkeit Familie & Beruf

Was brauchen Alleinerziehende für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ?

Pressemitteilung – VAMV Landesverband Bayern – München, 09.10.2017

„Alleinerziehende Frauen sind auf dem Arbeitsmarkt in erster Linie benachteiligt, nicht weil sie alleinerziehend sind, sondern erstens weil sie Frauen und zweitens weil sie Mütter sind“, so Projektleiterin Helga Jäger anlässlich eines Fachgesprächs mit Sachverständigen am 28.09. im Sozialausschuss des Bayerischen Landtags zum Thema verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Frauenerwerbstätigkeit insgesamt, auch von Müttern in Paarfamilien und bei Alleinerziehenden ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, allerdings hat auch die Zahl der Teilzeittätigkeiten, der befristeten und geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse zugenommen. Dies spiegelt sich auch im monatlichen Einkommen und in der besonders hohen Armutsgefährdungsquote von Alleinerziehenden mit 37 % in Bayern wieder. Ein hoher Prozentsatz der allein erziehenden Mütter lebt am finanziellen Limit, obwohl viele von ihnen berufstätig sind.

Ausbleibender Kindesunterhalt und ein unzureichendes Betreuungsangebot sind eine der Hauptursachen für die Armutslage alleinerziehender Haushalte. Dies zeigt u.a., dass die Rahmenbedingungen für eine qualifizierte Erwerbstätigkeit zur eigenständigen Existenzsicherung noch bei weitem nicht gegeben sind.

Verbesserungsvorschläge richtete der VAMV vor allem an die Politik und die Arbeitgeber.
Wichtige Forderungen betreffen die Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitsverhältnisse:

  • Ausbau qualitativ hochwertiger, flexibler Kinderbetreuungsangebote, insbesondere zu Randzeiten, Ferienzeiten, Wochenenden oder als Notfallbetreuung, damit Mütter mit Berufen wie z.B. im Pflege- und Sozialbereich, im Einzelhandel und in der Gastronomie, mit Schichtdiensten oder während Qualifizierungsmaßnahmen, Familie und Beruf besser vereinbaren können.
  • Angebote von flexiblen familienfreundlichen Arbeitsverhältnissen und Maßnahmen sollten in allen Branchen differenziert und den individuellen Bedürfnissen der Beschäftigten angepasst werden und Konzepte für eine kurze Vollzeit für alle, Mütter und Väter, sollten weiterentwickelt werden, um Familienzeit und Arbeitszeit verbinden zu können bei gleichzeitiger finanzieller Existenzsicherung.

Hier können Sie das vollständige Statement nachlesen.


Rahmenbedingungen für Alleinerziehende zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Pressemitteilung – VAMV Landesverband Bayern – München, 19.03.2015

Ergebnisse und Forderungen des VAMV-Fachseminars am 14. März 2015 in Passau 76 % der Alleinerziehenden in Bayern gehen einer Erwerbstätigkeit nach, davon wiederum 58 % in Teilzeit und 42 % in Vollzeit. 81 % der teilzeitbeschäftigen Alleinerziehenden gaben persönliche oder familiäre Verpflichtungen als Hauptgrund für Teilzeit an. Dies zeigt, dass die Rahmenbedingungen immer noch unzureichend sind für eine qualifizierte Erwerbstätigkeit neben Kindererziehung und Haushalt zur finanziellen Absicherung für alle Familienmitglieder. Unternehmen bieten nach wie vor zu wenig an Flexibilität und Unterstützung für berufstätige Eltern und Alleinerziehende, um Familie und Beruf vereinbaren zu können.

Wir fordern von Unternehmen und Arbeitgebern – mehr Arbeitszeitmodelle, die Flexibilität in Notsituationen, Homeoffice, Mitsprache bei der Arbeitszeitausweitung und –ausgestaltung sowie die Möglichkeit, je nach Lebenssituation von Teilzeit wieder auf Vollzeit gehen zu können.

Wir fordern von der Agentur für Arbeit, den Jobcentern, den Personalabteilungen der Betriebe – eine individuelle Beratung, Unterstützung und Hilfe, die die jeweilige Lebenssituation der Alleinerziehenden berücksichtigt, kompetente Berater/innen, Unterstützung der Eigen-initiative bei Bewerbungen und Kostenfreiheit für Alleinerziehende bei Trainingsangeboten.

Wir fordern von der Politik – die Erhöhung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende und des Kinderfreibetrages, bezahlbare Kinderbetreuung, die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten zu 100 % und die Ausweitung des § 3 Nr. 33 EStG (steuer- und sozialversicherungsfreier Zuschuss zur Kinderbetreuung des Arbeitgebers) auch für schulpflichtige Kinder, Investitionen in die Anzahl und Kompetenz der Berater/innen in AA und Jobcentern, Kurze Vollzeit / Familienarbeitszeit, denn davon profitieren auch Alleinerziehende und langfristig einen Umbau des Steuersystems und eine direkte Förderung von Kindern durch eine Kindergrundsicherung.  

 

Meine Arbeit ist es wert! 10 Forderungen des VAMV für einen geschlechtergerechten Arbeitsmarkt. Hrsg. VAMV Bundesverband. 2011

Weitere Informationen

 
VAMV Bayern