Unterhalt

Jedes minderjährige Kind hat einen Unterhaltsanspruch, unabhängig davon, ob seine Eltern verheiratet sind oder nicht. Das Elternteil, mit dem das Kind nicht zusammenlebt ist barunterhaltspflichtig.

Solange Sie noch nicht geschieden sind, aber von Ihrem Ehegatten getrennt leben, haben Sie einen Anspruch auf Trennungsunterhalt (§ 1361 BGB). Ehegattenunterhalt kommt bei geschiedenen Müttern und Väter in Betracht, wenn verschiedene Gründe vorliegen. Nicht verheiratete betreuende Mütter und Väter haben gegenüber dem anderen Elternteil des Kindes einen Unterhaltsanspruch auf Betreuungsunterhalt für mindestens drei Jahre nach der Geburt (§ 1615 BGB).

Weitere Fragen können sich stellen wie z.B.

  • Wieviel Unterhalt bekomme ich für mein Kind?
  • Muss der andere Elternteil auch für mich als betreuender Elternteil zahlen?
  • Wenn der Kindsvater nicht zahlen kann, an wen wende ich mich?
  • Was bedeutet die „Titulierung des Unterhaltsanspruchs“ und welchen Vorteil hat das?
  • Was bedeutet ein „dynamischer Unterhaltstitel“?
  • Was ist der Unterschied zwischen Mehrbedarf und Sonderbedarf?
  • Was ändert sich beim Unterhalt, wenn mein Kind volljährig wird?

Antworten auf diese und ähnliche Fragen erhalten Sie in unserem Ratgeber „Allein erziehend – Tipps und Informationen“. Er führt Sie nach einer Trennung oder Scheidung durch den Dschungel von rechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf Existenzsicherung, Unterhalt, Umgang, Sorgerecht und vieles mehr. Den Ratgeber gibt es auch in türkischer  und arabischer Sprache.

Taschenbuch, aktualisierte Ausgabe 23, 240 Seiten, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V.(Hrsg.) 2019, Einzelexemplar 5,00 € Versandpauschale, Mitglieder erhalten alle Broschüren kostenlos, Bestellung hier

Wenn Sie sich persönlich zu einem bestimmten Thema informieren wollen oder Beratung benötigen, wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

 

Neu Düsseldorfer Tabelle zum 1.1.2019

 

Änderung der Bedarfssätze – Mindestunterhalt

beträgt ab dem 1.1.2019 für

  • Kinder der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres) 354 Euro statt bisher 348 Euro
  • Kinder der zweiten Altersstufe (bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres) 406 Euro statt bisher 399 Euro
  • Kinder der dritten Altersstufe (vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit) 476 Euro statt bisher 467 Euro.

Wie in der Vergangenheit werden die Bedarfssätze der 2. bis 5. Einkommensgruppe um jeweils 5 % und die der 6. bis 10. Einkommensgruppe um je 8% des Mindestunterhalts erhöht. Die Bedarfssätze volljähriger Kinder bleiben hingegen unverändert.

 

Kindergeld und Einkommensgruppen

Auf den Bedarf des Kindes ist nach § 1612 b BGB das Kindergeld anzurechnen. Dieses erhöht sich ab dem 1.7.2019. Es ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang auf den Barunterhaltsbedarf anzurechnen. Die sich nach Verrechnung des Kindergeldes ermittelten Beträge ergeben sich aus dem im Anhang der Tabelle beigefügten sogenannten Zahlbetragstabellen.

Düsseldorfer Tabelle 2019

Es verbleibt bei den in 2018 angehobenen Einkommensgruppen und den dem Unterhaltsschuldner zu belassenden Selbstbehalten.

 

 

 

Düsseldorfer Tabelle und Leitlinien zum Unterhalt

Als Orientierungshilfe für den Kindesunterhalt dient immer die Düsseldorfer Tabelle.

Es gibt einen gesetzlich definierten Mindestunterhalt für minderjährige Kinder. Der Mindestunterhalt entspricht der untersten Stufe der Düsseldorfer Tabelle. Vom Mindestunterhalt kann der unterhaltsverpflichtete Elternteil grundsätzlich die Hälfte des Kindergeldes abziehen (§ 1612 b BGB), so errechnet sich der so genannte „Zahlbetrag“.

Düsseldorfer Tabelle 2019 – Stand 01.01.2019

Leitlinien des OLG Düsseldorf – Stand 01.08.2015  

WICHTIG!

Rückwirkend kann kein höherer Unterhalt geltend gemacht werden! Mit der Erhöhung der Unterhaltsbeiträge sollte daher immer der Unterhaltspflichtige schriftlich aufgefordert werden, den höheren Unterhalt zu zahlen.

Wenn ein titulierter Unterhalt vorliegt, bitte in der Urkunde nachschauen, ob der Unterhaltsanspruch „dynamisiert“ ist (also ein bestimmter Prozentsatz des Mindestunterhalts angegeben ist). Wenn nicht, schnellstmöglich schriftlich den höheren Unterhalt geltend machen. Es genügt ein formloses Schreiben.

 

Unterhaltsvorschuss

Wenn Ihr Kind keinen Unterhalt bekommt, können Sie bei der Unterhaltsvorschusskasse Unterhaltsvorschuss beantragen. Der Antrag ist schriftlich bei der zuständigen Unterhaltsvorschussstelle zu stellen (in der Regel das Jugendamt, in dessen Bezirk Ihr Kind lebt).

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses entspricht dem gesetzlichen Mindestunterhalt abzüglich des Kindergeldes. (§ 1612a, Abs. 1 BGB).

Seit 1. Juli 2017 ist die Reform des Unterhaltsvorschusses in Kraft: Die Altersgrenze wird von 12 auf 18 Jahre angehoben und die Bezugsdauergrenze von bisher max. 72 Monate wird aufgehoben.

Unterhaltsvorschuss für das Jahr 2019

  • bis zu 160 Euro für Kinder von 0 bis 5 Jahren
  • bis zu 212 Euro für Kinder von 6 bis 11 Jahren
  • bis zu 282 Euro für Kinde und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des  Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Der Flyer zum Unterhaltsvorschuss,  Hrsg. VAMV Bundesverband, kann über die Geschäftsstelle des Landesverbandes bestellt werden oder steht Ihnen hier als Downoad zur Verfügung. 

 

 

 

 

 

 Unterhalt, Kindergeld und ALG II

– Änderungen ab 2018 –

 

 

 

 

 

 

 


 

Weitere Informationen

 
VAMV Bayern