Unterhalt

Jedes minderjährige Kind hat einen Unterhaltsanspruch, unabhängig davon, ob seine Eltern verheiratet sind oder nicht. Das Elternteil, mit dem das Kind nicht zusammenlebt ist barunterhaltspflichtig.

Solange Sie noch nicht geschieden sind, aber von Ihrem Ehegatten getrennt leben, haben Sie einen Anspruch auf Trennungsunterhalt (§ 1361 BGB). Ehegattenunterhalt kommt bei geschiedenen Müttern und Väter in Betracht, wenn verschiedene Gründe vorliegen. Nicht verheiratete betreuende Mütter und Väter haben gegenüber dem anderen Elternteil des Kindes einen Unterhaltsanspruch auf Betreuungsunterhalt für mindestens drei Jahre nach der Geburt (§ 1615 BGB).

Weitere Fragen können sich stellen wie z.B.

  • Wieviel Unterhalt bekomme ich für mein Kind?
  • Muss der andere Elternteil auch für mich als betreuender Elternteil zahlen?
  • Wenn der Kindsvater nicht zahlen kann, an wen wende ich mich?
  • Was bedeutet die „Titulierung des Unterhaltsanspruchs“ und welchen Vorteil hat das?
  • Was bedeutet ein „dynamischer Unterhaltstitel“?
  • Was ist der Unterschied zwischen Mehrbedarf und Sonderbedarf?
  • Was ändert sich beim Unterhalt, wenn mein Kind volljährig wird?

Tipps & Infos Auflage 22Antworten auf diese und ähnliche Fragen erhalten Sie in unserem Ratgeber „Allein erziehend – Tipps und Informationen“. Er führt Sie nach einer Trennung oder Scheidung durch den Dschungel von rechtlichen Bestimmungen im Hinblick auf Existenzsicherung, Unterhalt, Umgang, Sorgerecht und vieles mehr. Den Ratgeber gibt es auch in türkischer Sprache.

Taschenbuch, aktualisierte Ausgabe 22, 240 Seiten, Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V.(Hrsg.) 2016, Einzelexemplar 5,00 € Versandpauschale, Mitglieder erhalten alle Broschüren kostenlos, Bestellung hier

Wenn Sie sich persönlich zu einem bestimmten Thema informieren wollen oder Beratung benötigen, wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

 

Neu Düsseldorfer Tabelle zum 1.1.2018

Trotz Erhöhung der Regelsätze – für viele Alleinerziehende eine Verschlechterung

Unterm Strich lässt sich festhalten
  • Kinder, die bisher mehr als den Mindestunterhalt erhalten haben, bekommen künftig weniger Unterhalt.
  • Unterhaltspflichtige Elternteile, die weniger als 1500 Euro verdienen, müssen, sofern sie nicht unter den Selbstbehalt rutschen, mehr zahlen.
  • Alle Unterhaltspflichtigen, die mehr als 1501 Euro verdienen, müssen weniger zahlen.

Wie sich der Unterhalt für Ihre Kind(er) 2018 im Vergleich zu 2017 konkret ändert, sehen Sie an folgender Tabelle:

Hier finden Sie die DETAILS der Änderungen.

 

Düsseldorfer Tabelle und Leitlinien zum Unterhalt

Als Orientierungshilfe für den Kindesunterhalt dient immer die Düsseldorfer Tabelle.

Es gibt einen gesetzlich definierten Mindestunterhalt für minderjährige Kinder. Der Mindestunterhalt entspricht der untersten Stufe der Düsseldorfer Tabelle. Vom Mindestunterhalt kann der unterhaltsverpflichtete Elternteil grundsätzlich die Hälfte des Kindergeldes abziehen (§ 1612 b BGB), so errechnet sich der so genannte „Zahlbetrag“.

Düsseldorfer Tabelle – Stand 01.01.2018

Düsseldorfer-Tabelle – Stand 01.01.2017

Leitlinien des OLG Düsseldorf – Stand 01.08.2015  

WICHTIG!

Rückwirkend kann kein höherer Unterhalt geltend gemacht werden! Mit der Erhöhung der Unterhaltsbeiträge sollte daher immer der Unterhaltspflichtige schriftlich aufgefordert werden, den höheren Unterhalt zu zahlen.

Wenn ein titulierter Unterhalt vorliegt, bitte in der Urkunde nachschauen, ob der Unterhaltsanspruch „dynamisiert“ ist (also ein bestimmter Prozentsatz des Mindestunterhalts angegeben ist). Wenn nicht, schnellstmöglich schriftlich den höheren Unterhalt geltend machen. Es genügt ein formloses Schreiben.

 

Unterhaltsvorschuss

Wenn Ihr Kind keinen Unterhalt bekommt, können Sie bei der Unterhaltsvorschusskasse Unterhaltsvorschuss beantragen. Der Antrag ist schriftlich bei der zuständigen Unterhaltsvorschussstelle zu stellen (in der Regel das Jugendamt, in dessen Bezirk Ihr Kind lebt).

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses entspricht dem gesetzlichen Mindestunterhalt abzüglich des Kindergeldes. (§ 1612a, Abs. 1 BGB).

Ab 1. Juli 2017 tritt die Reform des Unterhaltsvorschusses in Kraft: Die Altersgrenze wird von 12 auf 18 Jahre angehoben und die Bezugsdauergrenze von bisher max. 72 Monate wird aufgehoben. Lesen Sie hierzu die Pressemitteilung vom 06.06.2017  sowie weitere Informationen auf der Homepage des  Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

 

 

 

 

 Unterhalt, Kindergeld und ALG II – Änderungen ab 2017

 

 

 

 

 


 

Weitere Informationen

 
VAMV Bayern