Brückenteilzeit: Raus aus der beruflichen Sackgasse – für alle!

Die bundesweit agierenden Familienverbände fordern eine zügige Umsetzung des Gesetzesentwurfs zur sogenannten „Brückenteilzeit“ und mahnen dringend Nachbesserungen für Familien an. Der Bundesrat befasst sich morgen mit dem geplanten Rückkehrrecht nach befristeter Teilzeit auf die ursprüngliche Wochenarbeitszeit.

Fast jede zweite Frau ist hierzulande in Teilzeit beschäftigt, damit nimmt Deutschland im europäischen Vergleich einen der Spitzenplätze ein. Viele dieser Frauen haben sich auf Grund familiärer Sorgearbeit für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige für die Reduzierung ihrer Arbeitszeit entschieden. Hieraus ergeben sich allerdings viele Nachteile, etwa in Form von niedrigeren Gehältern und bei der Altersabsicherung. Damit die reduzierte Arbeitszeit nicht dauerhaft zur beruflichen Sackgasse wird, hat die Bundesregierung bereits zum zweiten Mal die Weiterentwicklung des Teilzeitrechts in einem Koalitionsvertrag festgeschrieben. Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 45 Arbeitnehmer*innen sollen einen Anspruch auf ein Rückkehrrecht auf den vorherigen Arbeitszeitstandard nach Teilzeitbeschäftigung erhalten. Bis zu einer Unternehmensgröße von 200 Beschäftigten soll dies für höchstens eine*n von 15 Beschäftigten gelten.

Die Familienverbände erklären: „Mit der Weiterentwicklung des Teilzeitrechts hat die Große Koalition erneut eine wichtige Initiative für die Beschäftigten in Deutschland auf die Agenda gesetzt! Bisher erweist sich eine Reduzierung der Arbeitszeit allzu oft als Falle. Die eigentlich nur vorübergehend geplante Teilzeitbeschäftigung wird dann zur beruflichen Sackgasse. Von dem geplanten Rückkehrrecht profitieren vor allem Frauen: Sie übernehmen immer noch viel häufiger als Männer die private Sorge für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige und reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Das Rückkehrrecht entspricht aber auch dem Wunsch vieler Männer, die mehr Familienverantwortung übernehmen wollen, aber aus Angst vor der Teilzeitfalle bislang davor zurückschrecken. Im Sinne aller Beschäftigten und ihrer Familien fordern wir die zügige Umsetzung der Brückenteilzeit!“

Allerdings, so die Verbände weiter:
„Viele Frauen arbeiten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und können damit nicht vom geplanten Rechtsanspruch Gebrauch machen. Zur Stärkung ihrer Zeitsouveränität fordern wir die Ausweitung des Rückkehrrechts auf möglichst alle Beschäftigten in allen Betriebsgrößen.
Um die Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt voranzutreiben, muss daneben noch ein grundsätzliches Problem angegangen werden: Männer verdienen für gleiche oder gleichwertige Arbeit heute immer noch deutlich mehr als Frauen. Niedrigere Löhne und Gehälter sind ein zentraler Grund für die hohe weibliche Teilzeitquote. Solange der Gender-Pay-Gap besteht, bleibt die Benachteiligung von Frauen bestehen – daran kann auch eine Brückenteilzeit nichts ändern.“

Berlin, 05.07.2018

Kontakt: Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. ǀ www.vamv.de
Miriam Hoheisel, Geschäftsführerin ǀ kontakt@vamv.de ǀ Tel. (030) 69 59 78-6

 

Modellprojekt ergänzende Kinderbetreuung

Modellprojekt belegt: Ergänzende Kinderbetreuung holt Alleinerziehende aus Armut!

Gütersloh/Berlin, 12. September 2017. Die Kita schließt um fünf, die Schicht geht bis um acht – solche Betreuungslücken erschweren Eltern ihre Erwerbstätigkeit, für Alleinerziehende bedeuten sie oft das Aus. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) hat in Berlin, Essen und Mainz durch Modellprojekte Alleinerziehenden eine Betreuung ihrer Kinder zu Hause außerhalb der regulären Kita- und Hortzeiten angeboten sowie ganzheitliche Beratung. Die nun vorliegende Evaluation bestätigt: Flexible und ergänzende Kinderbetreuung erhöht die Erwerbschancen und kann zur Steigerung des Erwerbseinkommens bis hin zur Unabhängigkeit von sozialen Transferleistungen führen. (mehr …)

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Bedürfnisse der Beschäftigten ernst nehmen:
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BGH-Urteil: Schadensersatzanspruch wegen fehlendem Kita-Platz

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Lesen Sie hier den Artikel „Die Idee einer Familienarbeitszeit“, BMFSFJ Magazine – Nr. 59 / 19. Juli 2016

Hier ein Artikel im Tagesspiegel vom 18.07.2016 „Die Familienministerin plant über die Bundestagswahl hinaus“

Foto: geralt / pixabay.com

Alleinerziehend – Gutes Management von Familie und Beruf

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Raus aus der Teilzeitfalle – jetzt!

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Familie und Arbeitswelt – Die NEUE Vereinbarkeit

„Die „Rush Hour“ des Lebens ist kein Schicksal, sondern hängt zu einem guten Teil von Rahmenbedingungen
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Bundesprogramm fördert ab Januar 2016 bedarfsgerechte Betreuungszeiten

Das neue Förderprogramm „KitaPlus“ heißt zwar nicht 24-Stunden-Kitas, aber es sollen ab Jan. 2016 mit diesem Förderprogramm zusätzliche Betreuungsangebote in Kitas mit einer Laufzeit von 3 Jahren gefördert werden, die z.B. beinhalten die Ausweitung der Öffnungszeiten pro Wochentag, Betreuungsmöglichkeiten am Wochenende und an Feiertagen bis hin zu einem Betreuungsangebot, das auch Nachtzeiten umfasst. Weitere Infos unter www.frühe-chancen.de/kitaplus

 
VAMV Bayern