Die Arbeitsphase wurde durch eine innovative Form der Zusammenarbeit geprägt: ein Speeddating für Arbeitsgruppen. Alle Teilnehmer – sowohl die Politiker als auch die Besucher – arbeiteten gemeinsam an Plakaten und überlegten, welche Faktoren für Alleinerziehende wesentlich waren.
Es gab vier vorgegebene Themenbereiche: schnelle Hilfe in Not, bezahlbarer Wohnraum, Unterhalt, Kinderbetreuung (bis zwölf Jahre / Jugendliche). Am Ende entstanden vier Plakate mit den Endresultaten.
Um die „schnelle Hilfe in der Not“ drehte es sich im ersten Themenbereich. Was können Alleinerziehende tun, wenn sie dringend Unterstützung benötigen? Folgende Ergebnisse waren wesentlich: zum einen sollte es Lotsen für Notsituationen (eine Art „112“ für Alleinerziehende) geben.
Es wäre von großer Hilfe, wenn es Menschen gäbe, die benachrichtigt werden könnten um spontan zu unterstützen bzw. auszuhelfen. Diese Aufgabe könnten beispielsweise Nachbarschaftshilfen, Dorfhelfer übernehmen.
Darüber hinaus entstanden Ideen von einer niederschwelligen, informellen Unterstützung, die bürokratischen Tätigkeiten anbietet oder grundsätzlich Hilfe vermittelt. Alleinerziehende benötigen ab und an niederschwellige, schnelle und individuelle finanzielle Hilfe. Vor allem dann, wenn Ungeplantes bzw. Unvorhergesehenes eintritt.
Dies ist der Fall, wenn beispielsweise die Waschmaschine unerwartet nicht mehr funktioniert, ein Unfall eintritt oder eine mehrwöchige Erkrankung eintritt.
Der zweite Bereich war der bezahlbare Wohnraum. Gerade die steigenden Mieten und die Inflation macht sich für die Alleinerziehenden deutlich bemerkbar.
Für Menschen, die sich alleine um ihre Kinder kümmern ist eine adäquate Infrastruktur fundamental. Sie sind dringend darauf angewiesen, dass ihre Kinder betreut werden und die Öffnungszeiten der Kindertagesstätten ihren Bedarf abdecken. Das bedeutet, dass sich so lange um die Kinder gekümmert wird, bis sie von der Arbeit zurückkommen. Es bestehen Unterschiede zwischen Stadt und Land gerade bzgl. des öffentlichen Nahverkehrs und dem Angewiesensein auf ein eigenes Fahrzeug.
Auch Alleinerziehenden sollte es möglich sein Genossenschaftswohnungen ohne hohes Eigenkapital zu mieten. Diese Personengruppe verfügt kaum bzw. über keine finanziellen Rücklagen, weswegen Bürgschaften akzeptiert werden sollten (bspw. durch Banken oder die Eltern).
Der soziale Wohnungsbau sowie Bauvorhaben müssten durch die Gemeinde oder den Arbeitgeber gefördert werden um sozial bauen zu können. Häufig wohnen in Sozialwohnungen Menschen, die einmal bedürftig waren, dann aber finanziell aufgestiegen sind. Ein Beispiel wäre hierfür ein Student, welcher nach einiger Zeit sein Studium beendet, um berufstätig zu werden.
Zum späteren Zeitpunkt sollte geprüft werden, ob dieser noch die Bedingungen erfüllt um in der Sozialwohnung weiterhin wohnhaft bleiben zu dürfen. Wenn dies nichtzutreffend ist, sollte diese Immobilie an Bedürftige weitervermietet werden.
Gerade in Großstädten stehen einige Gewerberäumlichkeiten leer, dort ist der Wohnraum bekannterweise knapp. In solchen Fällen sollte es möglich sein, gewerbliche Immobilien in Wohnräume umzuwandeln.