Corona-Informationen

 

Kinderbetreuung im Notfall:

Der Kinder-Betreuungsnotdienst  ZU HAUSE GESUND WERDEN  in München und im Landkreis München betreut ab sofort auch gesunde Kinder!

Nach der Corona bedingten, gut dreimonatigen Unterbrechung, hat der Kinderbetreuungsnotdienst ZU HAUSE GESUND WERDEN  in München seine  Vermittlungstätigkeit wieder aufgenommen!

In diesen herausfordernden Zeiten sollen berufstätige Eltern möglichst umfänglich bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützt werden und dabei das Infektionsrisiko für alle so niedrig wie möglich gehalten werden.

Deswegen wird das Angebot vorübergehend auf die Betreuung gesunder Kinder ausgeweitet, für die anderweitige Betreuung (noch nicht wieder) möglich ist.
Die von vermittelten erfahrenen Helferinnen kümmern sich unter bestimmten Voraussetzungen auch weiterhin um erkrankte und genesende Kinder.

Die Bedingungen, unter denen  Ehrenamtliche an Familien vermitteln werden, sowie alle weiteren Informationen zum Betreuungsdienst finden Sie unter www.zhgw.de
Telefonisch erreichbar: montags bis freitags von 9:00 bis 13:00 Uhr unter 089 – 2904478, oder per Mail an info@zhgw.de

Schule und Kita ab September 2020:

Drei-Stufen-PlanZum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. September 2020 kehren die KIndertagesstätten in  Bayern in den Regelbetrieb zurück. Bei einer Verschlechterung des Infektionsgeschehens soll im Sinne eines abgestuften Vorgehens ein eingeschränkter Betrieb bzw. eine eingeschränkte Notbetreuung zur Anwendung kommen.  Der inzwischen veröffentlichte aktualisierte, seit 1. September 2020 geltende Rahmen-Hygieneplan enthält die folgenden drei Stufen:

Stufe 1
(Entscheidung des örtlich zuständigen Gesundheitsamtes, z.B. niedrige Inzidenz
<35 neue Fälle*)
Stufe 2
(Entscheidung des örtlich zuständigen Gesundheitsamtes, z.B. 35 – 50 neue Fälle*)
Stufe 3
(Entscheidung des örtlich zuständigen Gesundheitsamtes, z.B.
>50 neue Fälle*)
Regelbetrieb,
erforderlich ist ein Schutz- und Hygienekonzept, das sich am Rahmen-Hygieneplan des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) orientiert
Regelbetrieb,
alle Kinder können die Einrichtung besuchen.
Aber Gesundheitsamt ordnet ggf. Maßnahmen zur Reduzierung der Infektionsgefahr an:

  • Soweit in Einrichtungen offene oder teiloffene Konzepte umgesetzt wurden, müssen wieder feste Gruppen gebildet werden (bessere Nachverfolgbar-keit im Falle eines Ausbruchsgeschehens)
  • Die Beschäftigten müssen eine Mund-Nasenbedeckung tragen.
Es kann nur noch ein Teil der sonst betreuten Kinder zeitgleich bzw. gemeinsam betreut werden.

Das örtliche Gesundheitsamt

  • entscheidet ggf., ob eingeschränkter Betrieb oder
  • eingeschränkte Notbetreuung stattfindet

und gibt bei Bedarf auch vor, welche Gruppen eine Notbetreuung erhalten.

Die Ausgestaltung des eingeschränkten Betriebs obliegt den Trägern, siehe hierzu 354. Newsletter.

*bezogen auf 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage in einem Landkreis/einer kreisfreien Stadt

Die im Rahmenhygieneplan genannten Fallzahlen (z.B. 35 – 50 neue Fälle / 100.000 Einwohner in einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt) führen nicht automatisch dazu, dass Stufe 2 oder Stufe 3 mit eingeschränktem Betrieb oder Notbetreuung eintritt. Vielmehr trifft die Entscheidung, welche Stufe gilt, ob der gesamte Landkreis/die gesamte Kreisfreie Stadt bzw. Landkreisteile/Stadtviertel betroffen sind und welche Maßnahmen notwendig sind, das örtliche Gesundheitsamt nach Möglichkeit und Bedarf in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt. Die genannten Fallzahlen sind lediglich Anlass für die örtlichen Gesundheitsämter zu prüfen, ob und ggf. welche Maßnahmen notwendig sind.
Dabei treffen die örtlichen Gesundheitsämter keine Einzelfallentscheidungen, wenn in einer Region die Inzidenzen steigen. Vielmehr soll unter Anbetracht des Infektionsgeschehens festgelegt werden, welche Maßnahmen für alle Kitas einer bestimmten Region – das kann auch ein Stadtteil sein – gelten. Einrichtungsindividuelle Entscheidungen des Gesundheitsamts werden nur im Falle eines Ausbruchsgeschehens in einer Kita getroffen.

Beispiel 1 (Stufe 1)

In einem Landkreis haben sich in den letzten sieben Tagen weniger als 35 Personen pro 100.000 Einwohner/innen mit dem Coronavirus infiziert.

Was bedeutet das für die Kindertageseinrichtungen in diesem Landkreis?

Es findet der Regelbetrieb statt. Erforderlich ist ein Schutz und Hygienekonzept, das sich am Rahmen-Hygieneplan des LGL orientiert.

Beispiel 2 (Stufe 2):

In einem Landkreis haben sich in den letzten sieben Tagen mehr als 35 Personen pro 100.000 Einwohner/innen mit dem Corona-Virus infiziert.

Was bedeutet das für die Kindertageseinrichtungen in diesem Landkreis?

Das örtliche Gesundheitsamt analysiert das Ausbruchsgeschehen und prüft zunächst, ob und ggf. welche Maßnahmen im Bereich der Kindertagesbetreuung ergriffen werden müssen. Kommt das örtliche Gesundheitsamt zu dem Schluss, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, so kann es beispielsweise entscheiden, dass Stufe 2 generell oder für einen Teil der Kindertageseinrichtungen gilt und die Beschäftigten in den betreffenden Kitas im betreffenden Landkreis nun eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und feste Gruppen gebildet werden müssen.

Beispiel 3 (Stufe 3):

In einem Landkreis haben sich in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner/innen mit dem Corona-Virus infiziert.

Was bedeutet das für die Kindertageseinrichtungen in diesem Landkreis?

Das örtliche Gesundheitsamt analysiert das Ausbruchsgeschehen und prüft, ob und ggf. welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Kommt das örtliche Gesundheitsamt zu dem Schluss, dass Maßnahmen erforderlich sind und dass die Maßnahmen der Stufe 2 nicht ausreichen, so kann es beispielsweise entscheiden, dass Stufe 3 generell oder für einen Teil der Kindertageseinrichtungen gilt und in den betreffenden Einrichtungen nur noch ein Teil der sonst betreuten Kinder zeitgleich bzw. gemeinsam betreut werden kann (eingeschränkter Betrieb).

Die Träger können dann selbstständig entscheiden, ob sie, wie im 354. Newsletter beschrieben,

  1. die Kinder den Betreuungspersonen in kleinen Gruppen fest zuordnen wie es in der Kindertagespflege gehandhabt wird oder
  2. ob sie die Betreuungszeiten der Kinder anpassen bzw. ein Schichtmodell einführen, weil beispielsweise eine räumliche Trennung der Kinder nicht möglich ist.

Das Gesundheitsamt kann daneben nach Möglichkeit und Bedarf in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt entscheiden, dass ergänzend zu a) oder b) eine Notbetreuung für bestimmte Kindergruppen angeboten werden kann.

Beispiel 4 (sehr stark verschlechtertes Infektionsgeschehen)

Verschlechtert sich das Infektionsgeschehen so stark, dass die bereits getroffenen Maßnahmen keinen Schutz mehr bieten, so kann das örtliche Gesundheitsamt als letztes Mittel allgemeine Betretungsverbote für die betreuten Kinder erlassen (eingeschränkter Notbetrieb). Die Entscheidung für die Betretungsverbote und die Auswahl der Gruppen, die trotzdem betreut werden können (z.B. Kinder deren Eltern im Bereich der kritischen Infrastruktur tätig sind, Kinder deren Betreuung aus Gründen des Kindeswohl vom Jugendamt angeordnet werden etc.), trifft das örtliche Gesundheitsamt, nach Möglichkeit und Bedarf in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt.

Zusätzliche Förderung in der Schule
Für Schülerinnen und Schüler, bei denen die Corona-Sondersituation erkennbar zu Lücken im Wissens- bzw. Kompetenzerwerb geführt hat, sollen im neuen Schuljahr spezielle schulbegleitende Unterstützungsangebote eingerichtet werden. Schülerinnen und Schüler mit entsprechendem Bedarf sollen dabei besonders gefördert werden. Die Angebote starten – i. d. R. auf der Basis einer Teilnahmeempfehlung durch die jeweilige Schule, die möglichst noch in diesem Schuljahr ausgesprochen wird – bereits in der ersten Schulwoche nach den Sommerferien.

 Finanzielle Unterstützung:

https://www.vamv.de/faqs-zur-corona-pandemie-1/welche-hilfen-gibt-es-fuer-alleinerziehende

Alleinerziehende in Not können in der Corona-Krise staatliche Unterstützung erhalten. Kürzlich ist das zweite Sozialschutzpaket in Kraft getreten. Es kommen eine Reihe von Leistungen in Frage: Falls Sie als Arbeitnehmer*in nicht ohnehin Kurzarbeitergeld beziehen, haben Sie möglicherweise stattdessen einen Entschädigungsanspruch für Ihren Verdienstausfall wegen der Kita- und Schulschließungen. Reicht Ihr Einkommen mit Kurzarbeitergeld oder Entschädigungszahlungen nicht für den Lebensunterhalt Ihrer Familie? Dann sollten Sie einen Anspruch auf Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ) oder Wohngeld prüfen. Für beide Leistungen brauchen Sie ein eigenes Mindesteinkommen. Ist das nicht vorhanden, können Sie vorübergehend unter erleichterten Bedingungen SGB II-Leistungen beziehen. Selbstständige erhalten zusätzlich Sofort-Hilfen für ihren Betrieb.

Kinderbonus
Aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung erhalten Familien 300 Euro Kinderbonus für jedes Kind, das Kindergeld bekommt. Im September werden mit dem Kindergeld 200 Euro, im Oktober 100 Euro Kinderbonus automatisch an den kindergeldberechtigten Elternteil ausgezahlt.
Auf Leistungen nach dem SGB II oder auf den Unterhaltsvorschuss wird der Kinderbonus nicht angerechnet.
Auch Kinderzuschlag und Wohngeld mindert der Kinderbonus nicht, da er nicht als Einkommen berücksichtigt wird, auf dessen Grundlage die Höhe der Leistung ermittelt wird.

Der unterhaltspflichtige Elternteil kann die Hälfte der Kindesbonuszahlungen von seiner Unterhaltszahlung abziehen, wenn er Mindestunterhalt oder mehr leistet . Achtung bei Mangelfällen: Hier kann es passieren, dass der Kindesunterhalt trotzdem gekürzt werden darf.

Auch wenn Unterhaltsschulden für die Vergangenheit bestehen, kann der unterhaltsverpflichtete Elternteil den hälftigen Kinderbonus in den Monaten September und Oktober 2020 von seiner Unterhaltszahlung abziehen. Ebenso kann der Kinderbonus grundsätzlich auch mit bestehenden Unterhaltsrückständen verrechnet werden.

Wichtig: Besteht eine Beistandschaft, sind die Jugendämter nach einer Stellungnahme des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF – https://www.dijuf.de/coronavirus-faq.html mit Verweis auf Stellungnahme vom 30.03.2009) dazu angehalten, darauf hinzuwirken, dass Unterhaltsverpflichtete den Kinderbonus den Kindern belassen und eine Verrechnung mit bestehenden Unterhaltsrückständen mit deren Zustimmung nicht erfolgt.
Eine automatisierte Verrechnung des Kinderbonus mit bestehenden Unterhaltsrückständen bzw. Unterhaltsvorschussschulden im Rahmen der Beistandschaft widerspricht dem Auftrag des Jugendamtes zur gesetzlichen Vertretung der Interessen des Kindes bei der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen.

Selbstverständlich kann der unterhaltsverpflichtete Elternteil seine Zahlungen in diesen zwei Monaten auch einfach in der üblichen Höhe weiterlaufen lassen und damit darauf verzichten, dass die Hälfte des Kinderbonus in seinen Haushalt fließt. So kommt der Kinderbonus dem Kind in dem Haushalt der*des Alleinerziehenden in vollem Umfang zu Gute, wo es seinen Lebensmittelpunkt hat und wo die meisten notwendigen Anschaffungen getätigt werden. Das kann sich aus Gründen der Fairness anbieten: So haben in vielen Fällen unterhaltsverpflichtete Eltern in ihrem Haushalt durch die Corona-Pandemie im Gegensatz zum alleinerziehenden Elternteil keine erhöhten Ausgaben für das Kind gehabt, nicht in wesentlich höherem Umfang als sonst betreut und keine nennenswerten Probleme bei der Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf erlebt. Das ist auch eine schöne Gelegenheit, dem alleinerziehenden Elternteil ein Zeichen der Anerkennung und Unterstützung für die in der Krise in außerordentlichem Maße geleistete Kinderbetreuung zukommen zu lassen.

Hier gibt es ausführliche FAQs zum Kinderbonus, mit Rechenbeispielen zum Zahlbetrag September/Oktober und zu Mängelfällen:

https://www.vamv.de/faqs-zur-corona-pandemie-1/kinderbonus

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/faq-kinderbonus-familien-kindergeldanspruch-300-euro/156686

TIPP: Lotse für Corona Hilfen
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine Übersicht zu Corona-Hilfen in unterschiedlichen Lebenslagen veröffentlicht. Der Lotse liefert erste Hinweise, auf welche Leistungen Sie Anspruch haben könnten, falls sich Ihr Einkommen im Zuge der Corona-Pandemie reduziert hat.  Den Lotsen für staatliche Corona-Hilfen finden Sie hier im Internet.

Ferienjobs und Hartz IV
Wenn Schülerinnen und Schüler in den Ferien einen Job ausüben, haben sie nun einen Freibetrag von 2.400 Euro jährlich, ohne dass der Betrag vom Hartz-IV-Regelsatz abgezogen wird. Vorher waren es 1.200 Euro!
Es gilt auch rückwirkend zum 1. März 2020.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende
Die Große Koalition hat sich mit dem Konjunkturpaket darauf verständigt, Alleinerziehende durch höhere Steuerentlastungen zu unterstützen. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende befristet auf die Jahre 2020 und 2021 von derzeit 1908 Euro auf 4008 Euro angehoben (temporärer Freibetrag in Höhe von 2.100 Euro) und damit mehr als verdoppelt.

Achtung: Damit die höhere Entlastung bereits 2020 laufend durch die Steuerklasse II berücksichtigt wird, müssen Alleinerziehende ggf. einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt stellen. Am besten direkt beim zuständigen Finanzamt nachfragen. Wird in 2020 ein entsprechender Antrag gestellt, muss für 2021 kein weiterer Antrag gestellt werden.

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/faq-entlastungsbeitrag-alleinerziehende-einkommenssteuer/156694

Entschädigungen bei Kita- und Schulschließungen
Ab dem 30. März 2020 können berufstätige Eltern eine Entschädigung erhalten, wenn sie wegen Kita- oder Schulschließungen nicht ihrer Arbeit nachgehen können. Voraussetzung ist, dass Ihr jüngstes Kind jünger als 12 Jahre oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Die Entschädigungszahlungen betragen in der Regel 67 Prozent Ihres Verdienstausfalls, aber höchstens 2.016 Euro pro Monat. Sie werden pro Elternteil für maximal zehn Wochen geleistet und vom Arbeitgeber an Sie ausgezahlt. Als Alleinerziehende haben Sie einen Entschädigungsanspruch von maximal 20 Wochen. Der Arbeitgeber holt das Geld von den Behörden zurück. Um eine Entschädigung zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihnen keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Das ist dann der Fall, wenn Sie keinen Anspruch auf Notbetreuung haben und eine Betreuung durch den anderen Elternteil oder Verwandte nicht zumutbar ist. Großeltern, die der Risikogruppe angehören, brauchen für die Kinderbetreuung nicht einspringen.
Bevor Ihnen eine Entschädigung gezahlt wird, müssen Sie alle vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um bezahlt der Arbeit fernzubleiben. Dazu zählen zum Beispiel der Abbau von Überstunden, die Nutzung von Gleitzeit oder Arbeit im Home Office. Urlaub müssen Sie zuvor nur nehmen, wenn Sie noch Resturlaub aus dem Vorjahr haben oder Betriebsferien herrschen. Das gilt nicht für Erholungsurlaub, den Sie unabhängig von der Kita-/Schulschließung bereits geplant hatten. Weitere Urlaubsansprüche aus dem aktuellen Jahr müssen Sie aber nicht aufbrauchen, bevor Sie die Entschädigungszahlungen erhalten. Für Zeiten, in denen die Kita/ Schule wegen Ferien ohnehin geschlossen hätte, besteht kein Entschädigungsanspruch.

Notfall-Kinderzuschlag
Der Kinderzuschlag von maximal 185 Euro monatlich pro Kind soll Eltern mit wenig Einkommen unterstützen. Zwischen dem 1. April und dem 30. September 2020 wurden die Anspruchsvoraussetzungen im Rahmen des so genannten Notfall-Kinderzuschlags (Notfall-KiZ) ereichtert. Ihr Anspruch ergibt sich dann aus Ihrem Einkommen im Monat vor der Antragstellung. Hat sich Ihr Einkommen reduziert und Sie beziehen bereits Kinderzuschlag, so können Sie einen Überprüfungsantrag auf höhere Leistungen stellen. Ihre Ersparnisse haben bei Anträgen im genannten Zeitraum keine Auswirkungen auf den Kinderzuschlagsanspruch.
Ob und wie viel Kinderzuschlag Sie erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Zahl Ihrer Kinder und deren Einkommen, z.B. auch aus Unterhalt, Unterhaltsvorschuss oder Waisenrente, Ihr eigenes Einkommen und die Wohnkosten Ihrer Familie. Sie selbst sollten als Alleinerziehende mindestens 600 Euro eigenes Einkommen haben. Einen möglichen Anspruch können Sie in wenigen Minuten mit dem KiZ-Lotsen der Bundesagentur für Arbeit selbst prüfen. Klären Sie am besten auch, ob Sie durch den Bezug von Wohngeld die Anspruchsvoraussetzungen für den Kinderzuschlag erfüllen können. Mehr Informationen zum Wohngeld finden Sie beim Bundesministerium des Inneren. Über den Kinderzuschlag, den damit verbundenen Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen und digitale Antragsmöglichkeiten können Sie sich beim Bundesfamilienministerium informieren.

Weiterzahlung von Waisenrente
Ist durch die Corona-Pandemie der Beginn der Ausbildung oder eines Freiwilligendienstes nicht möglich, können Jugendliche über 18 Jahre weiterhin Waisenrente erhalten. Das gilt auch, wenn die Zeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten damit länger als vier Monate dauert.

Längerer Anspruch auf Arbeitslosengeld I
Sind Sie arbeitssuchend, so wird Ihnen das Arbeitslosengeld I drei Monate länger gezahlt. Voraussetzung ist, dass Ihr Arbeitslosengeldanspruch regulär zwischen dem 1. Mai und dem 31. Dezember 2020 enden würde.

Vereinfachter Zugang zu SGB II-Leistungen/ ALG II

17.09.2020: Der vereinfachte Zugang zur Grundsicherung, etwa für Soloselbstständige, Kleinunternehmer und Künstler wird verlängert

Familien in akuter Existenznot erhalten vorübergehend auch leichter Zugang zu SGB II-Leistungen/ALG II. Für einen möglichen Anspruch wird Ihr Erspartes zwischen dem 1. März und dem 30. September 2020 nicht berücksichtigt. Bei einem Neuantrag auf SGB II-Leistungen wird Ihre Miete in den ersten sechs Monaten vollständig vom Jobcenter übernommen.  Das ist unabhängig davon, ob Ihre Mietkosen vor Ort als angemessen gelten. Erst nach Ablauf der sechs Monate kann das Jobcenter verlangen, dass Sie Ihre Mietkosten senken.
Werden Ihnen bei schwankendem Einkommen SGB II-Leistungen vorläufig für sechs Monate bewilligt, findet nach Ende des Bewilligungszeitraums keine nachträgliche Einkommensprüfung durch das Jobcenter statt. Haben Sie weniger verdient, als bei Antragstellung erwartet,  können Sie eine Überprüfung beantragen und eine Nachzahlung  erhalten. Über die Höhe der Regelleistungen und Mehrbedarfe (etwa für Alleinerziehende) können Sie sich beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales  informieren. Zusätzlich besteht für Ihre Kinder Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen

Elterngeld
Der Bundestag hat neue, zeitlich befristete Regelungen für das Elterngeld beschlossen. So soll sichergestellt werden, dass Eltern, die aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen Einkommenseinbußen erleiden, keine Nachteile beim Elterngeld haben. Elterngeld steht allen Eltern nach der Geburt ihres Kindes zu. Es soll das Einkommen des Elternteils, der sich um die Betreuung des neugeborenen Kindes kümmert, ersetzen und so die Familie finanziell unterstützen. Elterngeld gibt es auch für Eltern, die vor der Geburt gar kein Einkommen hatten. Eltern, die die Voraussetzungen für den Elterngeldbezug anlässlich der Corona-Pandemie nicht mehr einhalten können, sollen durch die neuen Regelungen jetzt aufgefangen werden. Das bedeutet konkret: Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, können ihre Elterngeldmonate aufschieben. Das heißt: Ist es ihnen nicht möglich, ihre Elterngeldmonate zwischen dem 1. März und 31. Dezember 2020 zu nehmen, können sie diese nehmen, wenn die Situation gemeistert ist, spätestens zum Juni 2021. Der Partnerschaftsbonus bleibt bestehen, auch wenn ein Elternteil infolge der aktuellen Situation mehr oder weniger arbeitet als geplant. Der Bonus ist eine zusätzliche Leistung, die an Mütter und Väter ausgezahlt wird, die beide in Teilzeit arbeiten und sich gemeinsam um die Kindererziehung kümmern. Familien und werdende Eltern, die infolge der Corona-Maßnahmen Einkommensverluste verzeichnen, sollen keinen Nachteil haben. Das bedeutet: Die Zeiten mit verringertem Einkommen reduzieren das Elterngeld nicht und haben bei einem weiteren Kind auch keinen negativen Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes. Mehr Infos: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bund-passt-elterngeld-an-1745848

Kurzarbeitergeld

17.09.2020: Das Kurzarbeitergeld wird bis Ende 2021 verlängert!

In vielen Betrieben fällt in der Corona-Krise weniger Arbeit an, beispielsweise weil Geschäfte nach behördlicher Anordnung schließen müssen oder Dienstleistungen nicht angeboten werden dürfen. Vereinbart Ihr Arbeitgeber mit Ihnen Kurzarbeit, kann er Sie vorübergehend kürzer oder gar nicht beschäftigten. Für den entstehenden Verdienstausfall erhalten Sie Kurzarbeitergeld. Das Kurzarbeitergeld beträgt mindestens 60 Prozent Ihres Netto-Verdienstausfalls. Haben Sie ein oder mehrere Kinder, für die Sie Kindergeld erhalten, sind es 67 Prozent. Haben sich Ihr Verdienst und Ihre Arbeitszeit um mindestens die Hälfte reduziert, so erhalten Sie ab dem vierten Monat mehr Kurzarbeitergeld. Es gleicht dann 70 bzw. 77 Prozent Ihres ausgefallenden Nettolohns aus. Ab dem siebten Monat sind es bis Ende 2020 80 bzw. 87 Prozent. Der Arbeitgeber beantragt das Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur und zahlt es dann an Sie aus. Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht nur, wenn Sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Geringfügig Beschäftigte können kein Kurzarbeitergeld erhalten.

Hilfen für Selbstständige mit kleinen Betrieben
Falls Sie als Freiberufler*in oder Selbstständige*r durch die Corona-Krise in Not geraten sind, können Sie Sofort-Hilfen für Ihr Unternehmen erhalten. Diese sollen Ihnen helfen, laufende Betriebskosten zu tragen und müssen nicht zurückgezahlt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Noch mehr Informationen hier: https://www.stmas.bayern.de/unser-soziales-bayern/familien-fachkraefte/corona-familien.php

Umgang:

Getrennt lebende Eltern müssen aktuell und in der kommenden Zeit Entscheidungen darüber treffen, ob der Umgang wie gewohnt stattfinden kann oder coronabedingt angepasst werden muss. Bei diesen Entscheidungen hilft es, sich über die geltenden Anweisungen und Empfehlungen zu informieren und abzuwägen, welches Verhalten zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten erlaubt und anzuraten ist. Anweisungen und Informationen zu Corona können sich täglich ändern.Das bayerische Innenministerium hat zu diesen Fragen seine FAQ zum Thema Umgang und Kinderbetreuung ergänzt:
https://www.stmi.bayern.de/miniwe…/coronavirus/faq/index.php
Umgang:

Darf ich als Elternteil mit Umgangsrecht mein Kind sehen und betreuen? Ja! Zum Wohle und im Interesse des Kindes liegt ein triftiger Grund für das Verlassen der Wohnung nicht nur bei Ausübung des Sorgerechts, sondern auch bei Ausübung des Umgangsrechts vor. Beide Elternteile sind nach der Ausgangsbeschränkung verpflichtet, Ihr Kind keinen unnötigen Kontakten zu Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auszusetzen. Sofern Ihr Kind mit (öffentlichen) Verkehrsmitteln pendeln muss, so sind auch hier die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.“
Sorgerecht:
Dürfen getrennt lebende Erziehungsberechtigte einander die gemeinsamen Kinder übergeben? Minderjährige zu begleiten und das Sorgerecht wahrzunehmen, ist erlaubt. Kinder können deswegen dem jeweils anderen Elternteil übergeben werden.“
Patchworkfamilien
Dürfen sich mein Lebenspartner und ich, wir leben getrennt, haben aber eine Patchwork-Familie und beide Kinder, gegenseitig und mit unseren Kindern besuchen?
Natürlich! Der Besuch des Lebenspartner stellt einen triftigen Grund dar, die Wohnung zu verlassen. Das schließt auch die jeweiligen Kinder ein, solange diese mit Ihnen in einem Haushalt leben.“
Auch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat  FAQ dazu online gestellt, was die Coronakrise für das Sorge- und Umgangsrecht in Trennungsfamilien bedeutet:
Die Empfehlung, soziale Kontakte weitestgehend zu meiden, bezieht sich laut Ministerium nicht auf die Kernfamilie, wenn Eltern nach einer Trennung in zwei getrennten Haushalten leben. Bestehende Umgangsregelungen und gerichtliche Umgangsentscheidungen gelten grundsätzlich auch trotz Coronakrise weiter, können jedoch an die aktuelle Situation angepasst werden. Eltern sind aufgerufen, unter den gegebenen Umständen einvernehmlich vernünftige Lösungen zu finden. Gerade in dieser aktuellen Krise sollte die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund stehen.Welche Umstände eine Abweichung von der Umgangsregelung zur Not auch ohne Einvernehmen rechtfertigen können, kann von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich sein. Ein Ordnungsgeld wegen Umgangsverweigerung wird nach aller Voraussicht dann nicht verhängt werden, wenn besondere, sachlich veranlasste und hinreichend objektiv belegbare Umstände der Durchführung des Umgangs entgegenstehen. Das ist beispielsweise bei Empfehlungen von Ministerien oder dem Robert-Koch-Institut anzunehmen.Wenn das Kind im anderen Haushalt Kontakt zu einer positiv getesteten Person zu erwarten hat oder das Kind oder einer der Elternteile oder andere dem Haushalt eines Elternteils angehörige Personen zu einer Risikogruppe gehören, kann dies nach Ansicht des Justizministeriums einen ausreichenden Rechtfertigungsgrund darstellen.Welche Menschen aktuell als Risikogruppe angesehen werden, kann man beispielsweise hier nachschauen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

Dazu zählen unter anderem Menschen ab 50 bis 60 Jahre, Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen. Als einem höheren Risiko ausgesetzt werden auch Menschen mit Immunschwäche angesehen oder solche, die Medikamente wie z.B. Cortison einnehmen, die die Immunabwehr unterdrücken.

FAQ zu Informationen und Verhaltensempfehlungen finden sich auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Corona-Tipps speziell für Eltern und bei häuslicher Quarantäne hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe herausgegeben. Im Quarantänefall wird Umgang nicht durchführbar sein. Laut Auskunft des Bürgertelefons des Bundesgesundheitsministeriums dauert eine Quarantäne zwei Wochen. Sie gilt in der Regel für positiv getestete Personen und ist für Kontaktpersonen in den meisten Bundesländern eine Empfehlung. Das Vorgehen der Gesundheitsämter in den einzelnen Bundesländern kann also unterschiedlich sein. Konkrete Informationen sind im Einzelfall bei den lokalen Gesundheitsämtern zu erfragen.

Umgang grenzüberschreitend

Der Grenzübertritt für Umgang ist generell erlaubt:

„Die vielfältigen familienrechtlichen Konstellationen, wie insbesondere Sorge- und Umgangsangelegenheiten zur Betreuung von minderjährigen Kindern werden grundsätzlich als triftiger Grund im Sinne des Einreiseregimes anerkannt.“

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/bevoelkerungsschutz/coronavirus/coronavirus-faqs.html

Kinder und Eltern, die derzeit nach Deutschland einreisen, um Umgang zu haben, müssen nicht in Quarantäne – so deuten wir zumindest die „Notbekannmachung“ im „Bayerischen Ministerialblatt“ vom 09.04.2020.

Dort steht unter „§ 2 Ausnahmen von der häuslichen Quarantäne“:

„Von § 1 Abs. 1 Satz 1 nicht erfasst sind Personen, (…)

5. die sich weniger als 48 Stunden im Ausland aufgehalten haben oder die einen sonstigen triftigen Reisegrund haben; hierzu zählen insbesondere soziale Aspekte wie etwa ein geteiltes Sorgerecht, der Besuch des nicht unter dem gleichen Dach wohnenden Lebenspartners, dringende medizinische Behandlungen oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen.“

Am besten einen Ausdruck der Notbekannmachung mitführen und bei Schwierigkeiten vorzeigen: https://www.verkuendung-bayern.de/files/baymbl/2020/192/baymbl-2020-192.pdf