Corona-Informationen

Notbetreuung:

Die Notbetreuung an Kitas, Horten und Schulen in Bayern ist derzeit geöffnet für die Kinder von berufstätigen Alleinerziehenden (gilt auch für Auszubildende und Abschlussschüler*innen/ gilt auch im Homeoffice).

Update 19.05.2020:

Aus der Pressekonferenz vom 19.05.2020 des bayerischen Kabinetts meldet der Bayerische Rundfunk folgende Neuerung zum Thema KInderbetreuung:

„Die Notbetreuung von Kindern wird ab 25. Mai – wie geplant – weiter ausgeweitet. Dann dürfen laut Sozialministerin Trautner alle Vorschulkinder sowie auch deren Geschwisterkinder wieder in den Kindergarten. Auch Waldkindergärten dürfen dann wieder öffnen. Wichtig seien feste Gruppen mit festen Betreuern. Kinder mit Krankheitssymptomen dürften auf keinen Fall die Kita betreten, stellte die Ministerin klar. Für diese gelte weiterhin ein absolutes Betretungsverbot. Auch die Großtagespflege wird wieder geöffnet: Dort werden laut Staatskanzlei maximal zehn Kinder gleichzeitig von zwei oder drei Tagespflegepersonen betreut.

Ab 15. Juni sollen laut Trautner dann jene Kinder, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden, sowie die Krippenkinder, die am Übergang in den Kindergarten stehen, wieder aufgenommen werden. Darüber hinaus sollen auch die Schüler der 2. und 3. Klassen an Schultagen wieder in den Horten betreut werden.“

Zum Thema Pfingstferien:

Die Schulkinder, die bis zum Beginn der Pfingstferien den Unterricht vor Ort in der Schule und an diesen Tagen den Hort bzw. die Kindertageseinrichtung wieder besuchen dürfen, dürfen auch in den Pfingstferien die reguläre Kindertageseinrichtung besuchen.

Genaue Infos gibt es hier: 342 NL Ausweitung Notbetreuung 25.05

Seit dem 11.05.2020 wurde der Kreis erweitert: Anspruch auf Notbetreuung haben dann auch

Kinder von alleinerziehenden Studierenden:  wenn die alleinerziehende Person an einer staatlichen, staatlich anerkannten oder kirchlichen Hochschule immatrikuliert ist oder an einer Einrichtung studiert, die gem. Art. 86 Abs. 1 oder 2 BayHSchG Studiengänge durchführt, und aufgrund des Studiums an einer Betreuung des Kindes gehindert ist oder eine in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschriebene berufspraktische Tätigkeit verrichtet und aufgrund dieser Tätigkeit an einer Betreuung des Kindes gehindert ist oder zu ihrer bzw. seiner Berufsausbildung mit oder ohne Arbeitsentgelt beschäftigt ist und aufgrund dieser Tätigkeit an einer Betreuung des Kindes gehindert ist.
Kinder von alleinerziehenden Vorabschlussschüler/-innen, die nun ebenfalls den Unterricht vor Ort besuchen dürfen.

– Kinder mit (drohender) Behinderung, für die ein Anspruch auf Eingliederungshilfe durch Bescheid festgestellt ist.
– Kinder, deren Eltern einen Anspruch auf Hilfen zur Erziehung (§§ 27 ff. SGB VIII) haben
– Hortkinder der 4. Klassen, jeweils an den Tagen, an welchen sie in die Schule gehen können.

Die Notbetreuung hat auch in den Pfingst- und Sommerferien geöffnet.

Die Notbetreuung findet in der Kita/ Schule statt, die das Kind normalerweise besucht.

Notbetreuung an den Schulen
Die Notbetreuung an den Schulen entspricht nur der regulären Unterrichtszeit der zu betreuenden Schülerinnen und Schüler. In den Fällen, in denen diese regelmäßig an der offenen Ganztagsbetreuung oder der Mittagsbetreuung teilnehmen, wird diese weiterhin von der Schule sichergestellt. Die Einteilung der Schülerinnen und Schüler in Gruppen erfolgt durch die jeweilige Schule. Eine Notfallbetreuung bis 16 Uhr steht nur für solche Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, welche regelmäßig an einem schulischen Ganztagsangebot oder der Mittagsbetreuung teilnehmen und/oder deren Erziehungsberechtigte in einem Beruf der kritischen Infrastruktur tätig sind.

Formulare zur Anmeldung in der Notbetreuung gibt es hier: https://www.stmas.bayern.de/coronavirus-info/corona-kindertagesbetreuung.php#Kindertagesbetreuung

Alle Kinder, die eine Heilpädagogischen Tagesstätten der Jugendhilfe besuchen, werden dort weiter wie bisher betreut

Wer keinen Anspruch auf Notbetreuung hat:
Eltern dürfen sich privat organisieren, um in festen Kleingruppen wechselseitig die Kinder zu betreuen. dabei sollten sich nicht mehr als drei Familien zusammenschließen. Mehr Infos hier: https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/empfehlungen_gegenseitige_betreuung_von_kindern_nachbarschaftshilfe.pdf

Wer gilt als alleinerziehend?
Im Rahmen der Notbetreuung gelten Sie als alleinerziehend, wenn das Kind mit Ihnen in einem Haushalt wohnt und in diesem Haushalt keine weitere volljährige Person wohnt, die als Betreuungsperson dienen kann. Dabei kommt es darauf an, wo das Kind bzw. die volljährige Person mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet sind. Als alleinerziehend im Sinne der Allgemeinverfügung gilt man auch, wenn der andere Elternteil aus gesundheitlichen Gründen oder anderen zwingenden Gründen ausfällt. Es muss sich dabei um gewichtige Gründe handeln, z. B. Krankenhausaufenthalt, Bettlägerigkeit oder Entbindung. Kein Grund ist die berufsbedingte Abwesenheit des anderen Elternteils (z B. ein Elternteil arbeitet die ganze Woche in einer anderen Stadt etc.). Es kommt bezüglich der Berechtigung zur Notbetreuung von Alleinerziehenden nur auf die Erwerbstätigkeit, nicht auf die Tätigkeit in einem Bereich der kritischen Infrastruktur an.
https://www.stmas.bayern.de/coronavirus-info/faq-coronavirus-betreuung.php

Familien im Wechselmodell:
Auch Familien im Wechselmodell haben einen Anspruch auf Notbetreuung: „Im Rahmen der Notbetreuung gelten Sie als alleinerziehend, wenn das Kind mit Ihnen in einem Haushalt wohnt und in diesem Haushalt keine weitere volljährige Person wohnt, die als Betreuungsperson dienen kann. Auch wenn die Kinder von getrenntlebenden Eltern im „Wechselmodell“ betreut werden, so gilt der Elternteil, bei dem das Kind derzeit wohnt, als alleinerziehend, wenn in diesem Haushalt keine weitere volljährige Person wohnt, die als Betreuungsperson dienen kann. Ist das Kind beispielsweise von Montag bis Mittwoch bei der Mutter und wohnt dort keine weitere volljährige Person, die als Betreuungsperson dienen kann, so gilt die Mutter für diesen Zeitraum als alleinerziehend im Sinne der Allgemeinverfügung. Sie kann das Kind von Montag bis Mittwoch in die Notbetreuung geben, sofern auch die weiteren Voraussetzungen hierfür vorliegen. Gleiches gilt für den Vater, an den Tagen Donnerstag und Freitag, wenn auch hier die weiteren Voraussetzungen vorliegen. https://www.stmas.bayern.de/coronavirus-info/faq-coronavirus-betreuung.php

 Öffnung der Kinderbetreuung

Tagespflege: Tagesmütter dürfen ab 11.05.2020 wieder öffenen. Voraussetzung: Es werden maximal fünf fremde Kinder gleichzeitig betreut und es gibt nur eine feste Bezugsperson. Die Großtagespflege bleibt vorerst geschlossen, mit Ausnahme der Notbetreuung.

Wer keinen Anspruch auf Notbetreuung hat:
Eltern dürfen sich privat organisieren, um in festen Kleingruppen wechselseitig die Kinder zu betreuen. dabei sollten sich nicht mehr als drei Familien zusammenschließen. Wie es funktioniert – mehr Infos hier: https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/empfehlungen_gegenseitige_betreuung_von_kindern_nachbarschaftshilfe.pdf

Die weitere Öffnung der Kindertageseinrichtungen soll in Zwei-Wochen-Schritten erfolgen. Im nächsten Schritt der Ausweitung bei der Notbetreuung (voraussichtlich ab dem 25. Mai 2020) ist eine Ausweitung für folgende Gruppen vorgesehen:

Vorschulkinder, die sich auf den Übergang zur Schule einstellen und sich von ihrem Kindergarten verabschieden können sollen.
– Kinder in der Großtagespflege (bis zu 10 Kinder).
– Kinder in Waldkindergärten und anderen nicht gebäudegebundenen Kindertageseinrichtungen.
Geschwisterkinder von bereits betreuten Kindern.
Hortkinder für weitere Klassen, die wieder in die Schule gehen dürfen, jeweils an den Tagen, an welchen sie in die Schule gehen können.

Öffnung der Schulen:

Ab 11. Mai soll der Präsenzunterricht für die „Vorabschlussklassen“ der weiterführenden Schulen (Gymnasium: 11. Klasse / Realschule: 9. Klasse / Mittelschule 8. Klasse) sowie für die 4. Klasse Grundschule beginnen.

Ab dem 18. Mai soll der Präsenzunterricht beginnen für
Grundschule: 1. Klasse
Mittelschule: 5. Klasse
Realschule: 5. und 6. Klasse
Gymnasium: 5. und 6. Klasse
Förderschulen

Nach den Pfingstferien sollen alle weiteren Jahrgangsstufen wieder in die Schule.

Das Abstandsgebot kann in den Klassenräumen am besten durch geteilte Lerngruppen umgesetzt werden. Dazu ist – je nach konkreter Situation vor Ort – in aller Regel ein gestaffelter Unterrichtsbetrieb im wöchentlichen Wechsel der Gruppen (d. h. im wöchentlichen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Unterricht zuhause) geplant. Dabei organisiert sich jede Schule selbst. Wie die Stundenpläne konkret aussehen, erfahren Sie bei Ihrer Schule.

Ferien:
Mit Blick auf abgelaufene Urlaubszeiten bei Eltern soll in den Pfingst- und Sommerferien eine Notbetreuung sichergestellt werden. Wochenenden und Ferien bleiben unangetastet. Die Pfingstferien von 2. – 12. Juni und Sommerferien ab 27. Juli 2020 bleiben Ferien.

Mehr Infos hier: https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/6945/faq-zum-unterrichtsbetrieb-an-bayerns-schulen.html#allgemeines-unterrichtsbetrieb

Finanzielle Unterstützung:

https://www.vamv.de/faqs-zur-corona-pandemie-1/welche-hilfen-gibt-es-fuer-alleinerziehende

Alleinerziehende in Not können in der Corona-Krise staatliche Unterstützung erhalten. Dafür kommen eine Reihe von Leistungen in Frage: Falls Sie als Arbeitnehmer*in nicht Kurzarbeitergeld beziehen, haben Sie möglicherweise einen Entschädigungsanspruch für Ihren Verdienstausfall wegen der Kita- und Schulschließungen. Reicht Ihr Einkommen trotzdem nicht für den Lebensunterhalt Ihrer Familie? Dann sollten Sie einen Anspruch auf Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ) oder Wohngeld prüfen. Haben Sie auf diese Leistungen keinen Anspruch, dann  können Sie vorübergehend unter erleichterten Bedingungen SGB II-Leistungen beziehen. Selbstständige erhalten zusätzlich Sofort-Hilfen für ihren Betrieb.

Entschädigungen bei Kita- und Schulschließungen

Update, 20.05.2020:

Das Bundeskabinett hat heute die Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern beschlossen, die ihrer Arbeit derzeit nicht nachgehen können, weil es für ihre Kinder Corona-bedingt keine Kinderbetreuung oder Schulunterricht gibt. Der Anspruch auf 67% des Nettolohns gilt nun für insgesamt 20 Wochen – jeweils zehn für jeden Elternteil. Bei Alleinerziehenden wird der Anspruch auf 20 Wochen verlängert.

 

Ab dem 30. März 2020 können berufstätige Eltern eine Entschädigung erhalten, wenn sie wegen Kita- oder Schulschließungen nicht ihrer Arbeit nachgehen können. Voraussetzung ist, dass Ihr jüngstes Kind jünger als 12 Jahre oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Die Entschädigungszahlungen betragen in der Regel 67 Prozent Ihres Verdienstausfalls, aber höchstens 2.016 Euro pro Monat. Sie werden für maximal sechs Wochen geleistet und vom Arbeitgeber an Sie ausgezahlt. Der Arbeitgeber holt das Geld von den Behörden zurück.
Um eine Entschädigung zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihnen keine andere   Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Das ist dann der Fall, wenn Sie keinen Anspruch auf Notbetreuung haben und eine Betreuung durch den anderen Elternteil oder Verwandte nicht zumutbar ist.  Großeltern,  die einer Risikogruppe angehören, brauchen für die Kinderbetreuung nicht einspringen.
Bevor Ihnen eine Entschädigung gezahlt wird, müssen Sie alle vorhandenen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um bezahlt der Arbeit fernzubleiben. Dazu zählen zum Beispiel der Abbau von Überstunden, die Nutzung von Gleitzeit oder Arbeit im Home Office. Urlaub müssen Sie zuvor nur nehmen, wenn Sie noch Resturlaub aus dem Vorjahr haben oder Betriebsferien herrschen.  Bereits verplanten  Urlaub, der in die Zeiten der ungeplanten Schließungen fällt, müssen Sie nehmen. Weitere Urlaubsansprüche aus dem aktuellen Jahr müssen Sie aber nicht aufbrauchen, bevor Sie die Entschädigungszahlungen erhalten. Für Zeiten, in denen die Kita/Schule wegen Ferien ohnehin geschlossen hätte, besteht kein Entschädigungsanspruch. Das gilt auch für Zeiten, in denen Sie bereits Kurzarbeitergeld erhalten.

Notfall-Kinderzuschlag
Der Kinderzuschlag von maximal 185 Euro monatlich pro Kind soll Eltern mit wenig Einkommen unterstützen. Zwischen dem 1. April und dem 30. September 2020 wurden die Anspruchsvoraussetzungen im Rahmen des so genannten Notfall-Kinderzuschlags (Notfall-KiZ) ereichtert. Ihr Anspruch ergibt sich dann aus Ihrem Einkommen im Monat vor der Antragstellung. Hat sich Ihr Einkommen reduziert und Sie beziehen bereits Kinderzuschlag, so können Sie einen Überprüfungsantrag auf höhere Leistungen stellen. Ihre Ersparnisse haben bei Anträgen im genannten Zeitraum keine Auswirkungen auf den Kinderzuschlagsanspruch.
Ob und wie viel Kinderzuschlag Sie erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Zahl Ihrer Kinder und deren Einkommen, z.B. auch aus Unterhalt, Unterhaltsvorschuss oder Waisenrente, Ihr eigenes Einkommen und die Wohnkosten Ihrer Familie. Sie selbst sollten als Alleinerziehende mindestens 600 Euro eigenes Einkommen haben. Einen möglichen Anspruch können Sie in wenigen Minuten mit dem KiZ-Lotsen der Bundesagentur für Arbeit selbst prüfen. Klären Sie am besten auch, ob Sie durch den Bezug von Wohngeld die Anspruchsvoraussetzungen für den Kinderzuschlag erfüllen können. Mehr Informationen zum Wohngeld finden Sie beim Bundesministerium des Inneren. Über den Kinderzuschlag, den damit verbundenen Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen und digitale Antragsmöglichkeiten können Sie sich beim Bundesfamilienministerium informieren.

Vereinfachter Zugang zu SGB II-Leistungen
Familien in akuter Existenznot erhalten vorübergehend auch leichter Zugang zu SGB II-Leistungen. Für einen möglichen Anspruch wird Ihr Erspartes zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 nicht berücksichtigt. Bei einem Neuantrag auf SGB II-Leistungen wird Ihre Miete in den kommenden sechs Monaten vollständig vom Jobcenter übernommen.  Das ist unabhängig davon, ob Ihre Mietkosen vor Ort als angemessen gelten. Erst nach Ablauf der sechs Monate kann das Jobcenter verlangen, dass Sie Ihre Mietkosten senken.
Werden Ihnen bei schwankendem Einkommen SGB II-Leistungen vorläufig für sechs Monate bewilligt, findet nach Ende des Bewilligungszeitraums keine nachträgliche Einkommensprüfung durch das Jobcenter statt. Haben Sie weniger verdient, als bei Antragstellung erwartet,  können Sie eine Überprüfung beantragen und eine Nachzahlung  erhalten. Über die Höhe der Regelleistungen und Mehrbedarfe (etwa für Alleinerziehende) können Sie sich beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales  informieren. Zusätzlich besteht für Ihre Kinder Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen

ElterngeldDer Bundestag hat neue, zeitlich befristete Regelungen für das Elterngeld beschlossen. So soll sichergestellt werden, dass Eltern, die aufgrund der aktuellen Corona-Maßnahmen Einkommenseinbußen erleiden, keine Nachteile beim Elterngeld haben. Elterngeld steht allen Eltern nach der Geburt ihres Kindes zu. Es soll das Einkommen des Elternteils, der sich um die Betreuung des neugeborenen Kindes kümmert, ersetzen und so die Familie finanziell unterstützen. Elterngeld gibt es auch für Eltern, die vor der Geburt gar kein Einkommen hatten. Eltern, die die Voraussetzungen für den Elterngeldbezug anlässlich der Corona-Pandemie nicht mehr einhalten können, sollen durch die neuen Regelungen jetzt aufgefangen werden. Das bedeutet konkret: Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, können ihre Elterngeldmonate aufschieben. Das heißt: Ist es ihnen nicht möglich, ihre Elterngeldmonate zwischen dem 1. März und 31. Dezember 2020 zu nehmen, können sie diese nehmen, wenn die Situation gemeistert ist, spätestens zum Juni 2021. Der Partnerschaftsbonus bleibt bestehen, auch wenn ein Elternteil infolge der aktuellen Situation mehr oder weniger arbeitet als geplant. Der Bonus ist eine zusätzliche Leistung, die an Mütter und Väter ausgezahlt wird, die beide in Teilzeit arbeiten und sich gemeinsam um die Kindererziehung kümmern. Familien und werdende Eltern, die infolge der Corona-Maßnahmen Einkommensverluste verzeichnen, sollen keinen Nachteil haben. Das bedeutet: Die Zeiten mit verringertem Einkommen reduzieren das Elterngeld nicht und haben bei einem weiteren Kind auch keinen negativen Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes. Mehr Infos: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/bund-passt-elterngeld-an-1745848

Kurzarbeitergeld
In vielen Betrieben fällt in der Corona-Krise weniger Arbeit an, beispielsweise weil Geschäfte nach behördlicher Anordnung schließen müssen oder Dienstleistungen nicht angeboten werden dürfen. Vereinbart Ihr Arbeitgeber mit Ihnen Kurzarbeit, kann er Sie vorübergehend kürzer oder gar nicht beschäftigten. Für den entstehenden Verdienstausfall erhalten Sie Kurzarbeitergeld. Das Kurzarbeitergeld beträgt mindestens 60 Prozent Ihres Netto-Verdienstausfalls. Haben Sie ein oder mehrere Kinder, für die Sie Kindergeld erhalten, sind es 67 Prozent. Der Arbeitgeber beantragt das Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur und zahlt es dann an Sie aus. Ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht nur, wenn Sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Geringfügig Beschäftigte können kein Kurzarbeitergeld erhalten.

Hilfen für Selbstständige mit kleinen Betrieben
Falls Sie als Freiberufler*in oder Selbstständige*r durch die Corona-Krise in Not geraten sind, können Sie Sofort-Hilfen für Ihr Unternehmen erhalten. Diese sollen Ihnen helfen, laufende Betriebskosten zu tragen und müssen nicht zurückgezahlt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Noch mehr Informationen hier: https://www.stmas.bayern.de/unser-soziales-bayern/familien-fachkraefte/corona-familien.php

Umgang:

Getrennt lebende Eltern müssen aktuell und in der kommenden Zeit Entscheidungen darüber treffen, ob der Umgang wie gewohnt stattfinden kann oder coronabedingt angepasst werden muss. Bei diesen Entscheidungen hilft es, sich über die geltenden Anweisungen und Empfehlungen zu informieren und abzuwägen, welches Verhalten zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten erlaubt und anzuraten ist. Anweisungen und Informationen zu Corona können sich täglich ändern.Das bayerische Innenministerium hat zu diesen Fragen seine FAQ zum Thema Umgang und Kinderbetreuung ergänzt:
https://www.stmi.bayern.de/miniwe…/coronavirus/faq/index.php
Umgang:

Darf ich als Elternteil mit Umgangsrecht mein Kind sehen und betreuen? Ja! Zum Wohle und im Interesse des Kindes liegt ein triftiger Grund für das Verlassen der Wohnung nicht nur bei Ausübung des Sorgerechts, sondern auch bei Ausübung des Umgangsrechts vor. Beide Elternteile sind nach der Ausgangsbeschränkung verpflichtet, Ihr Kind keinen unnötigen Kontakten zu Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auszusetzen. Sofern Ihr Kind mit (öffentlichen) Verkehrsmitteln pendeln muss, so sind auch hier die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.“
Sorgerecht:
Dürfen getrennt lebende Erziehungsberechtigte einander die gemeinsamen Kinder übergeben? Minderjährige zu begleiten und das Sorgerecht wahrzunehmen, ist erlaubt. Kinder können deswegen dem jeweils anderen Elternteil übergeben werden.“
Patchworkfamilien
Dürfen sich mein Lebenspartner und ich, wir leben getrennt, haben aber eine Patchwork-Familie und beide Kinder, gegenseitig und mit unseren Kindern besuchen?
Natürlich! Der Besuch des Lebenspartner stellt einen triftigen Grund dar, die Wohnung zu verlassen. Das schließt auch die jeweiligen Kinder ein, solange diese mit Ihnen in einem Haushalt leben.“
Auch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat  FAQ dazu online gestellt, was die Coronakrise für das Sorge- und Umgangsrecht in Trennungsfamilien bedeutet:
Die Empfehlung, soziale Kontakte weitestgehend zu meiden, bezieht sich laut Ministerium nicht auf die Kernfamilie, wenn Eltern nach einer Trennung in zwei getrennten Haushalten leben. Bestehende Umgangsregelungen und gerichtliche Umgangsentscheidungen gelten grundsätzlich auch trotz Coronakrise weiter, können jedoch an die aktuelle Situation angepasst werden. Eltern sind aufgerufen, unter den gegebenen Umständen einvernehmlich vernünftige Lösungen zu finden. Gerade in dieser aktuellen Krise sollte die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund stehen.Welche Umstände eine Abweichung von der Umgangsregelung zur Not auch ohne Einvernehmen rechtfertigen können, kann von Einzelfall zu Einzelfall unterschiedlich sein. Ein Ordnungsgeld wegen Umgangsverweigerung wird nach aller Voraussicht dann nicht verhängt werden, wenn besondere, sachlich veranlasste und hinreichend objektiv belegbare Umstände der Durchführung des Umgangs entgegenstehen. Das ist beispielsweise bei Empfehlungen von Ministerien oder dem Robert-Koch-Institut anzunehmen.Wenn das Kind im anderen Haushalt Kontakt zu einer positiv getesteten Person zu erwarten hat oder das Kind oder einer der Elternteile oder andere dem Haushalt eines Elternteils angehörige Personen zu einer Risikogruppe gehören, kann dies nach Ansicht des Justizministeriums einen ausreichenden Rechtfertigungsgrund darstellen.Welche Menschen aktuell als Risikogruppe angesehen werden, kann man beispielsweise hier nachschauen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html

Dazu zählen unter anderem Menschen ab 50 bis 60 Jahre, Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen. Als einem höheren Risiko ausgesetzt werden auch Menschen mit Immunschwäche angesehen oder solche, die Medikamente wie z.B. Cortison einnehmen, die die Immunabwehr unterdrücken.

FAQ zu Informationen und Verhaltensempfehlungen finden sich auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Corona-Tipps speziell für Eltern und bei häuslicher Quarantäne hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe herausgegeben. Im Quarantänefall wird Umgang nicht durchführbar sein. Laut Auskunft des Bürgertelefons des Bundesgesundheitsministeriums dauert eine Quarantäne zwei Wochen. Sie gilt in der Regel für positiv getestete Personen und ist für Kontaktpersonen in den meisten Bundesländern eine Empfehlung. Das Vorgehen der Gesundheitsämter in den einzelnen Bundesländern kann also unterschiedlich sein. Konkrete Informationen sind im Einzelfall bei den lokalen Gesundheitsämtern zu erfragen.

Umgang grenzüberschreitend

Der Grenzübertritt für Umgang ist generell erlaubt:

„Die vielfältigen familienrechtlichen Konstellationen, wie insbesondere Sorge- und Umgangsangelegenheiten zur Betreuung von minderjährigen Kindern werden grundsätzlich als triftiger Grund im Sinne des Einreiseregimes anerkannt.“

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/bevoelkerungsschutz/coronavirus/coronavirus-faqs.html

Kinder und Eltern, die derzeit nach Deutschland einreisen, um Umgang zu haben, müssen nicht in Quarantäne – so deuten wir zumindest die „Notbekannmachung“ im „Bayerischen Ministerialblatt“ vom 09.04.2020.

Dort steht unter „§ 2 Ausnahmen von der häuslichen Quarantäne“:

„Von § 1 Abs. 1 Satz 1 nicht erfasst sind Personen, (…)

5. die sich weniger als 48 Stunden im Ausland aufgehalten haben oder die einen sonstigen triftigen Reisegrund haben; hierzu zählen insbesondere soziale Aspekte wie etwa ein geteiltes Sorgerecht, der Besuch des nicht unter dem gleichen Dach wohnenden Lebenspartners, dringende medizinische Behandlungen oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen.“

Am besten einen Ausdruck der Notbekannmachung mitführen und bei Schwierigkeiten vorzeigen: https://www.verkuendung-bayern.de/files/baymbl/2020/192/baymbl-2020-192.pdf