Der Druck hat geholfen. 💪 Einen Tag früher als geplant hat das Bundeskabinett über das Kinderkrankengeld entschieden. Das Wichtigste:
✔️ Um die #Kinderkrankentage zu beantragen reicht eine Bescheinigung der Schule oder Kita – ein ärztliches Attest wie bei den regulären Kinderkrankentagen ist nicht erforderlich.
✔️ Sie gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021 für Kinder bis zum 12. Lebensjahr
✔️ Das Kinderkrankengeld soll bereits gewährt werden, wenn die Präsenzpflicht an der Schule eingeschränkt ist oder der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde. Hierfür reicht eine Bescheinigung der Einrichtung. Eltern müssen nicht nachweisen, dass eine andere Betreuung (Großeltern, Notbetreuung) geleistet werden kann.

Kinderkrankengeld – das wissen wir bislang sicher:

Wer hat Anspruch?

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte, berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind gesetzlich versichert ist. Voraussetzung ist auch, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann.

Wie muss der Anspruch nachgewiesen werden?

Ist das Kind krank, muss der Betreuungsbedarf gegenüber der Krankenkasse mit einer Bescheinigung vom Arzt nachwiesen werden. Dafür wird die „Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes“ ausgefüllt. Muss ein Kind aufgrund einer Schul- oder Kitaschließung zu Hause betreut werden, genügt eine Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung.

Darf der komplette Anspruch für Schul-/Kitaschließungen verwendet werden?

Ja. Die 20 bzw. 40 Tage können sowohl für die Betreuung eines kranken Kindes verwendet werden als auch für die Betreuung, weil die Schule oder Kita geschlossen bzw. die Präsenzpflicht aufgehoben oder der Zugang eingeschränkt wurde.

Muss die Schule bzw. Kita komplett geschlossen sein?

Nein, auch wenn die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben, der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde oder nur die Klasse oder Gruppe nicht in die Schule bzw. Kita gehen kann, haben Eltern Anspruch.

Besteht der Anspruch parallel zum Anspruch auf Lohnersatzleistungen nach §56 des Infektionsschutzgesetzes?

Nein, wenn ein Elternteil Kinderkrankengeld beansprucht, ruht in dieser Zeit für beide Elternteile der Anspruch nach §56 des Infektionsschutzgesetzes.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Um die Höhe des Kinderkrankengeldes zu berechnen, benötigt die Krankenkasse Informationen zum Einkommen vom Arbeitgeber. Die Informationen darüber erhält die Krankenkasse direkt von dort.

  • Das Kinderkrankengeld beträgt grundsätzlich 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts.
  • Sofern Arbeitnehmer*innen in den letzten 12 Monaten Einmalzahlungen wie zum Beispiel Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld erhalten haben, beträgt das Kinderkrankengeld sogar 100 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts.
  • Aufgrund gesetzlicher Regelungen (Beitragsbemessungsgrenze) beträgt das tägliche Kinderkrankengeld maximal 109,38 Euro im Jahr 2020 beziehungsweise 112,88 Euro im Jahr 2021.