Der Druck hat geholfen. ???? Einen Tag früher als geplant hat das Bundeskabinett über das Kinderkrankengeld entschieden. Das Wichtigste:
✔️ Um die #Kinderkrankentage zu beantragen reicht eine Bescheinigung der Schule oder Kita – ein ärztliches Attest wie bei den regulären Kinderkrankentagen ist nicht erforderlich.
✔️ Sie gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021 für Kinder bis zum 12. Lebensjahr
✔️ Das Kinderkrankengeld soll bereits gewährt werden, wenn die Präsenzpflicht an der Schule eingeschränkt ist oder der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde. Hierfür reicht eine Bescheinigung der Einrichtung. Eltern müssen nicht nachweisen, dass eine andere Betreuung (Großeltern, Notbetreuung) geleistet werden kann.

Kinderkrankengeld – so funktioniert´s:

Falls Sie wegen Krankheit eines Kindes, das jünger als 12 Jahre ist, nicht zur Arbeit gehen können, haben Sie als Alleinerziehende*r und gesetzliche Versicherte*r Anspruch auf 20 Tage Kinderkrankengeld zur Kompensation eines Verdienstausfalls. Für das Jahr 2021 wurden diese Tage aufgestockt: als Alleinerziehende bekommen Sie 40 Tage Kinderkrankengeld für jedes Kind unter 12 Jahren (Ausnahme für ältere Kinder: Das ist behindert und auf Hilfe angewiesen.) Bei mehreren Kindern sind es insgesamt maximal 90 Tage. Der neue Beschluss gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021.

Aktuelle Hinweise unter: https://www.bmfsfj.de/kinderkrankentage

Allerdings: Dieser Anspruch gilt jedoch nur für gesetzlich krankenversicherte, erwerbstätige Eltern, die einen Anspruch auf Krankengeld haben. Das Kind muss ebenfalls gesetzlich versichert sein. Und es gibt kein anderes Haushaltsmitglied, dass sich um das Kind kümmern kann.

Achtung: Privatversicherte haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.

In Anspruch genommen dürfen die Kinderkrankentage in 2021 nicht nur bei einer tatsächlichen Krankheit des Kindes, sondern auch, wenn Schule oder Kita aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben ist oder die Betreuung in der Kita eingeschränkt ist.
Eltern erhalten auch dann Kinderkrankengeld, wenn sie die Möglichkeit hätte, im Homeoffice zu arbeiten.

Das Kinderkrankengeld entspricht in etwa 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes. Hat das Elternteil in den vergangenen 12 Monaten vom Arbeitgeber einmalige Zahlungen bekommen, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, beträgt das Kinderkrankengeld 100 Prozent. Der Höchstbetrag des Kinderkrankengeldes beträgt im Jahr 2021 pro Tag 112,88 Euro. Vom Kinderkrankengeld werden noch Beiträge zur Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung abgezogen.

Das Kinderkrankengeld wird von der Krankenkasse des Elternteils gezahlt. Bei Krankheit des Kindes ist ein Attest vom Kinderarzt ab dem ersten Krankheitstag Voraussetzung. Was in diesem Fall genau zu tun ist, wird hier erklärt.
Wird das Kinderkrankengeld wegen einer Schul- oder Kitaschließung in Anspruch genommen, müssen die Eltern dies bei der Krankenkasse beantragen und nachweisen, dass die Einrichtung geschlossen ist. Auf Verlangen der Krankenkasse ist eine Bescheinigung vorzulegen.

Während des Bezuges von Kinderkrankengeld können Eltern keinen Entschädigungsanspruch wegen Lohnausfall nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Um die Höhe des Kinderkrankengeldes zu berechnen, benötigt die Krankenkasse Informationen zum Einkommen vom Arbeitgeber. Die Informationen darüber erhält die Krankenkasse direkt von dort.

  • Das Kinderkrankengeld beträgt grundsätzlich 90 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts.
  • Sofern Arbeitnehmer*innen in den letzten 12 Monaten Einmalzahlungen wie zum Beispiel Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld erhalten haben, beträgt das Kinderkrankengeld sogar 100 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts.
  • Aufgrund gesetzlicher Regelungen (Beitragsbemessungsgrenze) beträgt das tägliche Kinderkrankengeld maximal 109,38 Euro im Jahr 2020 beziehungsweise 112,88 Euro im Jahr 2021.