Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes für leichteren Zugang zu sozialer Sicherung aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 (Sozialschutz-Paket) beschlossen. Der Entwurf wird nun durch die Koalitionsfraktionen in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht und voraussichtlich am kommenden Samstag, den 28. März 2020, in Kraft treten.
Mehr dazu weiter unten auf dieser Seite oder hier: https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/sozialschutz-paket.html

Prüfe, ob du Anspruch auf finanzielle Ausgleichszahlungen hast. Diese finanziellen Ausgleichszahlungen gibt es dann:

Ich bin selbständig und habe keine oder nur noch wenige Aufträge.
Du kannst zum Jobcenter gehen und Grundsicherung beantragen. Die Vermögensprüfung entfällt, deshalb hast du einen vereinfachten Zugang.

Ich bin angestellt, kann aber nicht arbeiten, da die Kinderbetreuung fehlt.
Du hast Anspruch auf Entschädigung für deinen Verdienstausfall, wenn
1. Keine Ferien sind
2. Dein Zeitkonto ausgeglichen ist (du also keine Überstunden hast)
3. Ein Kind unter 12 Jahre alt ist.

Wende dich an deinen Arbeitgeber. Du erhälst 67 % deines bisherigen Nettoeinkommens.
Prüfe, ob du zusätzlich Anspruch auf den Notfall-Kinderzuschlag hast, das sind bis zu 185 Euro mtl./Kind. Hier geht´s zum www.notfall-kiz.de.

Ich bin in Kurzarbeit und habe deswegen weniger Einkommen
Prüfe, ob du zusätzlich Anspruch auf den Notfall-Kinderzuschlag hast, das sind bis zu 185 Euro mtl./Kind. Hier geht´s zum www.notfall-kiz.de.

Ich habe schon einen Antrag auf Kinderzuschlag gestellt/ Ich bekomme schon Kinderzuschlag
Sollte sich deine Einkommenssituation jetzt geändert haben, melde das deiner Familienkasse.

Die Leistungen im Überblick:

Lohnersatz wegen Kita- und Schulschließung

Viele erwerbstätige Eltern und Sorgeberechtigte müssen derzeit mit den Folgen behördlicher Schul- und Kitaschließungen klarkommen und in den meisten Fällen die Kinder zu Hause selbst betreuen. In dieser Lage müssen vorrangig Möglichkeiten zeit- und ortsflexiblen Arbeitens, wie etwa Homeoffice oder der Abbau von Überstunden oder Zeitguthaben genutzt werden.Wer das aber nicht kann und auch keine andere Möglichkeit hat, als seine Kinder unter zwölf Jahren oder auf Hilfe angewiesene Kinder mit Behinderungen selbst zu betreuen und somit nicht zur Arbeit kann, soll weiter Geld vom Arbeitgeber bekommen. Dazu wird ein Anspruch auf Entschädigung im Infektionsschutzgesetz geschaffen. Dann kann der Arbeitgeber bei der zuständigen Behörde einen Erstattungsantrag stellen und würde entsprechend 67 % des Nettoeinkommens (monatlich maximal 2.016 Euro) ersetzt bekommen. Die Regelung gilt nicht für Zeiten, in denen die Betreuungseinrichtung wegen der Schulferien ohnehin geschlossen wäre. (zuständig: Bundesministerium für Gesundheit)

Vereinfachter Zugang zu Grundsicherung

Menschen, denen durch die jetzige Krise allmählich das Einkommen oder die wirtschaftliche Existenz wegbricht, sollen mit ihren Familien nicht fürchten, mittellos dazustehen. Wer zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung stellt und dabei erklärt, über kein erhebliches Vermögen zu verfügen, darf Erspartes in den ersten sechs Monaten behalten. Erst danach greifen wieder die bislang geltenden Regelungen für den Einsatz von Vermögen. Auch Folgeanträge werden unbürokratisch für zwölf Monate weiterbewilligt. In den ersten sechs Monaten des Leistungsbezugs werden die Ausgaben für Wohnung und Heizung in jedem Fall in tatsächlicher Höhe anerkannt. Niemand, der zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2020 einen Antrag auf existenzsichernde Leistungen nach dem SGB II, dem SGB XII und dem Sozialen Entschädigungsrecht stellt, soll deswegen jetzt umziehen müssen. Grundsicherunge beantragst du beim zuständigen Jobcenter.

Mehr: https://www.arbeitsagentur.de/corona-faq-grundsicherung

Vereinfachter Zugang zum Kinderzuschlag

Wenn das Einkommen nur für sich selbst, aber nicht für die gesamte Familie reicht, können Eltern einen Kinderzuschlag (KiZ) bekommen. Jetzt in der Krise wird bei Neuanträgen befristet nur das letzte Monatseinkommen geprüft und nicht – wie sonst – das Einkommen der vergangenen sechs Monate. So sollen Einbußen durch Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosigkeit gemindert werden und auch selbstständig tätige Eltern erreicht werden. Bewilligungen, die in der Zeit vom 1. April bis 30. September 2020 enden, werden einmalig um sechs Monate verlängert. Hier geht´s zum www.notfall-kiz.de.

 

Verbessertes Krisen-Kurzarbeitergeld (KuG)

Die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld werden gelockert: Nur 10 Prozent der im Betrieb Beschäftigten müssen von Arbeitsausfall betroffen sein, damit ein Unternehmen Kurzarbeit anzeigen kann. Zeitkonten müssen nicht zur Vermeidung von Kurzarbeit ins Minus gefahren werden. Auch Beschäftigte in Leiharbeit können Kurzarbeitergeld bekommen. Die Bundesagentur für Arbeit erstattet die Sozialversicherungsbeiträge komplett. All das wird rückwirkend zum 1. März gelten und auch rückwirkend durch die Bundesagentur für Arbeit ausgezahlt. Außerdem dürfen Beschäftigte in Kurzarbeit in Bereichen aushelfen, die notwendig sind für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und Versorgung. Zuverdienste werden bis zur Höhe des vorherigen Einkommens nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.