Ab Montag, 16.03.,  bis zum Ende der Osterferien (19.04.2020) werden in Bayern alle Schulen und Kindertagesstätten geschlossen. Diese Maßnahme, so hofft der bayerische Ministerpräsident Markus Söder verlangsamt die Ausbreitung des Corona-Virus. Doch Eltern, insbesondere Alleinerziehende, stellt dieses Vorgehen vor große Probleme. Denn wer betreut die Kinder, während die Eltern in der Arbeit sind? Oma und Opa, soweit vorhanden, sollten wegen der Ansteckungsgefahr besser nicht einspringen. Was tun?

Wir haben folgende Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Für Kindergartenkinder und Kinder von der ersten bis sechsten Klasse, deren Eltern Ärzte, Pflegepersonal oder Polizisten o.ä. sind, gibt es Notbetreuung. Informationen zur Notbetreuung gibt es in der jeweiligen Schule/Kita. Mehr hier: https://www.stmas.bayern.de/coronavirus-info/index.php
  • Schließen Sie sich mit anderen Eltern zusammen und organisieren Sie eine private, wechselseitige Notbetreuung – in möglichts kleinen Gruppen.
  • Sprechen Sie das Problem der fehlenden Kinderbetreuung bei Ihrem Arbeitgeber offen an und bitten Sie darum, in der Krise miteinander eine Lösung zu finden.
  • Bieten Sie an im Homeoffice zu arbeiten, soweit das möglich und sinnvoll ist.
  • Falls im Betrieb mehrere Eltern betroffen sind: fragen Sie nach, ob der Arbeitgeber eine gemeinsame alternative Kinderbetreuung für seine Mitarbeiter*innen organisieren kann.
  • Fragen Sie, ob die Kinder mit zur Arbeit kommen können.
  • Falls Sie für Ihr Kind eine stunden- oder tageweise Betreuung finden, bieten Sie dem Arbeitgeber an, dann auf jeden Fall zu diesen Zeiten zu arbeiten.
  • Zeigen Sie Flexibilität: bieten Sie an Überstunden abzubauen oder Urlaub zu nehmen
  • Im Notfall: machen Sie Minusstunden oder nehmen Sie unbezahlten Urlaub.
  • Eine Freistellung bei Lohnfortzahlung für ein paar Tage könnte mit dem BGB §616 begründet werden. Dieser sagt: wenn man die Dienstzeit kurzzeitig ohne eigenes Verschulden nicht antreten kann, bekommt man eine kurze Zeit weiter sein Gehalt.

 

Was nicht geht:

  • Obwohl die Schließung der Kitas und Schulen staatlich angeordnet ist, dürfen Sie der Arbeit nicht einfach fern bleiben, um die Kinder zu betreuen.
  • Da Sie nicht krank sind, können Sie sich nicht krankschreiben lassen.
  • Auch eine Inanspruchnahme der Kinderkrankentage ist nicht möglich, da das Kind nicht krank ist.

 

Bei Problemen oder Unsicherheiten beraten wir Sie gerne. Wir sind zu erreichen Mo.-Do., 9 -14 Uhr, unter 089-33212294 oder unter info@vamv-bayern.de.

Für unsere Mitglieder bieten wir eine telefonische Rechtsberatung an. Bitte melden Sie sich dafür telefonisch bei uns an!