Neue Düsseldorfer Tabelle zum 1.1.2018

News vom 08. November 2017

Trotz Erhöhung der Regelsätze – für viele Alleinerziehende eine Verschlechterung

Unterm Strich lässt sich festhalten:
  • Kinder, die bisher mehr als den Mindestunterhalt erhalten haben, bekommen künftig weniger Unterhalt.
  • Unterhaltspflichtige Elternteile, die weniger als 1500 Euro verdienen, müssen, sofern sie nicht unter den Selbstbehalt rutschen, mehr zahlen.
  • Alle Unterhaltspflichtigen, die mehr als 1501 Euro verdienen, müssen weniger zahlen.

Wie sich der Unterhalt für Ihre Kind(er) 2018 im Vergleich zu 2017 konkret ändert, sehen Sie an folgender Tabelle:

Zu den DETAILS der Änderungen:

Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder wird erhöht.

  • Minderjährige Kinder, die bisher nach Einkommensstufe 1 (bis 1.500 Euro) Mindestunterhalt bekommen haben, erhalten ab 2018 wenige Euro mehr Unterhalt. Dies gilt, sofern der unterhaltspflichtige Elternteil dadurch nicht unter den Selbstbehalt rutscht.
  • Die Bedarfssätze der zweiten bis zehnten Einkommensstufe sind ebenfalls zwischen 5-8 % erhöht worden.
  • Der Bedarf volljähriger Kinderbleibt in 2018 unverändert.

ABER

Die Einkommensstufen zur Berechnung des Unterhalts werden geändert.
Erstmals seit 10 Jahren werden nun auch die Einkommensgruppen angehoben.

  • Die bisherigen Einkommensstufen 1 (bis 1.500 Euro) und 2 (bis 1.900 Euro) werden zusammengelegt. Alle anderen Einkommensstufen werden entsprechend angepasst.
  • Konkret heißt das: Kinder, die bisher nach Einkommensstufe 2 oder höher Unterhalt erhalten haben, bekommen künftig weniger Unterhalt (vorausgesetzt der Unterhaltspflichtige hat keine Lohnerhöhung erhalten und das Nettoeinkommen ist in 2018 dasselbe wie 2017). Sie rutschen in der Berechnung des Unterhalts um eine Stufe zurück.

Der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen bleibt in der Einkommensstufe 1 unverändert.

Der Selbstbehalt von 880 Euro (für nicht Erwerbstätige) bzw. 1.080 Euro (für Erwerbstätige) bleibt auch in 2018 für die 1. Einkommensstufe gleich.

Die Bedarfskontrollbeträge werden ab der Einkommensstufe 2 erhöht.

Der Bedarfskontrollbetrag ist eine reine Rechengröße,  der ab der zweiten Einkommensstufe zum Tragen kommt. Er ist nicht mit dem Selbstbehalt vergleichbar.

„Er soll eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den unterhaltsberechtigten Kindern gewährleisten. Wird er unter Berücksichtigung anderer Unterhaltspflichten unterschritten, ist der Tabellenbetrag der nächst niedrigeren Gruppe … anzusetzen.“ (siehe Düsseldorfer Tabelle 2018).

  • De Facto erhöhen sich die Bedarfskontrollbeträge für die jeweiligen Unterhaltspflichtigen, gemessen an deren Einkommen, lediglich um 20 Euro.
  • Für Unterhaltspflichtige Elternteile, die 2017 in Stufe 2 waren und 2018 in Stufe 1 rutschen, gilt kein Bedarfskontrollbetrag, sondern der festgelegte Selbstbehalt.

 Düsseldorfer Tabelle 2018

TIPP: Wenn der Kindesunterhalt ausbleibt, Sie Beratung zur Höhe der Unterhaltsansprüche brauchen oder Sie sich bei der Durchsetzung unterstützen lassen möchten, können Sie sich beim Jugendamt beraten lassen oder z.B. dort eine Beistandschaft beantragen.

Foto: PIX1861 /pixabay.com

 
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